Ökonomie

Vivian Glover: Nachhaltigkeit im Marktgarten: Ökologie, Ökonomie und Soziales am Beispiel Gemüsegarten Hoxhohl

Vivian Glover hat nach ihrem Studium "Ökolandbau und Vermarktung" in Eberswalde sieben Jahre in der Direktvermarktung gearbeitet und auf dem Hofgut Oberfeld in Darmstadt den Hofladen und das Café aufgebaut und geleitet. Seit 2017 ist sie selbstständige Landwirtin und beteibt den Gemüsegarten Hoxhohl als Market Garden. Mit einem Team aus Gärtnern und Trainees baut sie Gemüse auf 2500 qm für eine Solidarische Landwirtschaft mit 180 Ernteteilern (90 ganzjährig, weitere 90 nur im Sommer) an. Sie orientiert sich dabei an den Grundsätzen des biointensiven Anbaus, der Permakultur und der regenerativen Landwirtschaft und ist bio-zertifiziert. Als Mutter eines kleinen Kindes ist für sie Effizienz (ökonomisch und zeitlich) genauso wichtig wie die ökologischen und sozialen Aspekte dieser Unternehmensform.
www.gemuesegarten-hoxhohl.de

Vivians Anliegen ist es aufzuzeigen, dass Betriebe nicht nur ökologisch nachhaltig wirtschaften müssen, sondern sie müssen auch die ökonomischen und die sozialen Aspekte mit einbeziehen. Diese drei Felder dekliniert sie anhand ihrer Betriebserfahrung durch und möchte somit insbesondere der Marktgartenszene wichtige Impulse mit auf den Weg geben. Auf ökonomischer Seite sollten die Bereiche der unbezahlten Aushelfer, der Privatentnahme und der richtigen betriebswirtschaftlichen Rechnung unbedingt beachtet werden. Auf der sozialen Ebene zeigen sich für Sie die Bereiche der extremen Arbeitsspitzen, Saisonarbeitskräfte, der körperlichen Belastung und der Work-Life-Balance als wichtig auf. Und schließlich gelte es im ökologischen Bereich die Aspekte der hohen Intensität, des hohen Komposteinsatzes und der geringen Flächenausnutzung zu beachten.

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Posted by Yvonne in Gemüsebau, Marktgärtnerei, Ökonomie, Überblicksvortrag

Tobias Bandel: Mehrwert durch Aufbauende Landwirtschaft – Warum der Finanzmarkt das jetzt fordert

Nach dem Studium der Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Bodenkunde an der Universität Hohenheim hat Tobias Bandel mehrere Jahre den Obst- und Gemüseanbau und Vertrieb bei Sekem in Ägypten geleitet. 2007 gründete er mit weiteren Partnern die Nachhaltigkeitsberatung Soil & More. Heute entwickelt er mit seinem Team u.a. nachhaltige Unternehmensstrategien, berät weltweit zur Bodenfruchtbarkeit und stellt digitale Services für das Lieferantenmanagement sowie die Bewertung von Beschaffungsrisiken bereit. Soil & More Impacts richtet sich mit seiner Beratung hauptsächlich an Unternehmen aus der Agrar- und Lebensmittelbranche.

Zu Beginn des Vortrages geht Tobias Bandel auf das Spannungsverhältnis der externalisierten, also der nichteingepreisten Kosten des Bereiches Landwirtschaft ein. Hier führt er Studien, welche versuchen, die verursachten Kosten an „Naturverbrauch“ zu berechnen. Da wir im Sinne des Konzeptes der planetaren Grenzen gesellschaftlich für die negativen Auswirkungen bezahlen würden, läge es nun mehr und mehr im Interesse des Finanzmarktes, diese bisher nicht berechneten Kosten zu internalisieren. Im zweiten Teil des Vortrages zeigt er mit dem „True Cost Accounting“ ein Modell auf, mit der diese externen Kosten am Beispiel landwirtschaftlicher Betriebe in Wert gesetzt werden können. Damit solle es möglich sein, Betriebe mit aufbauenden Praktiken von Betrieben mit nicht-aufbauenden Praktiken auch finanziell „realer“ abbilden zu können.

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Posted by Yvonne in Ökonomie

Helmy Abouleish: SEKEM – das Wunder in der Wüste

Helmy Abouleish geboren in Graz, studierte Betriebswirtschaft und Marketing in Kairo. Als Sohn des SEKEM Gründers Ibrahim Abouleish ist er tief mit der Entwicklung von SEKEM verbunden. SEKEM fördert seit 1977 eine nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Ökologie, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Die SEKEM Holding produziert, verarbeitet und vermarktet biologisch-dynamische Lebensmittel, Textilien und Arzneimittel in Ägypten und auf internationalen Märkten und betreibt verschiedene Bildungseinrichtungen. Neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der SEKEM Holding engagiert sich Helmy Abouleish in der nationalen und internationalen Politik für verantwortungsvolle Wettbewerbsfähigkeit, soziales Unternehmertum oder die Bekämpfung der großen Probleme des 21. Jahrhunderts, wie Klimawandel und Ernährungssicherheit. Unter seiner Führung wurde die SEKEM Initiative unter anderem mit dem “Right Livelihood Award 2003”, auch bekannt als “Alternativer Nobel Preis”, ausgezeichnet.

SEKEM steht für ein Leuchtturmprojekt in der ägyptischen Wüste. Helmy Abouleish schildert die Säulen des bisherigen Erfolges - eine Oase in der Wüste aufzubauen-  welche auf einer ganzheitlichen Herangehensweise beruhen. Er geht auf die Bereiche Ökologie, Landwirtschaft, Energie, Ökonomie und Soziales ein und zeigt beispielhaft einzelne Maßnahmen auf. Dabei spielen die Themen Bodenfruchtbarkeit, Erneuerbare Energien, lebendige Gemeinschaft, individuelle Potentialentfaltung eine grundlegende Rolle. Etwas konkreter führt er einzelne Praktiken des Bodenaufbaus und des Wassermanagements aus. Im zweiten Teil beschreibt er die neue Vision von SEKEM, welche darin liegt, bis 2057 ein internationales Kompetenzzentrum für eine ganzheitliche individuelle, organisatorische und gesellschaftliche Transformation in Ägypten und der Welt zu werden.

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Posted by Manuel in Ökonomie, Überblicksvortrag, Wasser

Jean-Marc Parries: Wie gründe ich einen profitablen No-Dig Marktgarten?

Zu Beginn gibt Jean-Marc einen Überblick über den Betrieb und wie sie sich in den letzten Jahren dahin entwickelt haben. Hier gibt er wertvolle Tipps, wie Interessierte ihren Betrieb sukzessive aufbauen können und sich in Testjahren bereits einen eigenen Markt aufbauen können. Im Anschluss stellt er den Ansatz des „No-Dig“ (keine Bodenbearbeitung, hohe Kompostgaben) als gute Einstiegsmethode im Aufbau des Betriebes dar. Er erweitert das Bild von grundlegenden landwirtschaftlichen Fähigkeiten zur erfolgreichen Gestaltung eines Betriebes um weitere betriebswirtschaftliche, planerische, soziale und persönliche Fähigkeiten. Gegen Ende seines Vortrages gibt er den Teilnehmenden noch einen Überblick über ihre wichtigsten Learning aus der Anfangszeit mit auf den Weg.

Ohne Infrastruktur, landwirtschaftliche Fläche und bedeutende praktische Vorkenntnisse, gründeten Jean-Marc Parries, Max Epstein und Claude Petit kurz nach bzw. noch während ihres Studium den Gemüsebaubetrieb Krautgaart. Dies mit der Überzeugung, dass Gemüseanbau im Einklang mit den Naturkreisläufen stattfinden kann und Anbaueffizienz im Bodenaufbau gründet. Inspiriert von erprobten Methoden von verschiedenen Marktgärtnern aus der ganzen Welt, entwickeln sie ihre Anbaumethoden seitdem weiter. Zusammen mit einer effizienten Direktvermarktung nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft und den Rückhalt ihrer Mitgliedschaft steht Krautgaart auf standfesten Beinen und schaut verheissungsvoll in die Zukunft. Jean-Marc Parries (32 J., MSc Environmental Sciences) ist zuständig für die Betriebsführung und -entwicklung im Krautgaart.

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Posted by Yvonne in Gemüsebau, Marktgärtnerei, Ökonomie

Christian Hiß: Landwirtschaft richtig rechnen. Die Regionalwert-Leistungsrechnung die Neu-Bewertung der Arbeit in der Landwirtschaft – Methode, Instrument und Anwendung

In seinem Vortrag beschreibt Christian Hiß zu Beginn die Funktionsweise der Regionalwert AG. Hier können Bürgerinnen und Bürger durch das investieren mit Eigenkapital Verantwortung für eine regionale und ökologische Ernährungswirtschaft übernehmen und Betriebe unterstützen. Im zweiten Teil skizziert er eine neue Methode der betriebswirtschaftlichen Betrachtung von landwirtschaftlichen Betrieben, wie Leistungen zur nachhaltigen Betriebsführung bilanziert und vergütet werden können.

Christian Hiß ist aufgewachsen auf einem der ersten Biohöfe Deutschlands in Eichstetten am Kaiserstuhl. Als gelernter Gärtnermeister gründete er 1981 eine Gemüsegärtnerei, später kam ein Milchbetrieb mit einer Käserei hinzu. Mittlerweile hat er seine Betriebe in die von ihm gegründete Regionalwert AG überführt. Auf der Grundstruktur einer Bürger-Aktiengesellschaft baut er mit Kollegen ein bürgerfinanziertes Wertschöpfungsnetzwerk von Unternehmen der regionalen Biobranche auf. Er ist Ashoka-Fellow und wurde mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung als „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2009“ ausgezeichnet. 2020 erhielt er den ZEIT Wissenspreis Mut zur Nachhaltigkeit.

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Posted by Yvonne in Ökonomie

Georg Doppler: Resilienz durch Vielfalt – Entwicklungsgeschichte eines Hoforganismus

Georg Doppler gibt zu Beginn einen Überblick über seinen Betrieb und die Ausgangssituation seit 1995. Für ihn spielt die Integration von Tieren in den Hoforganismus eine wichtige Rolle. Weiterhin bildet eine ökonomische Selbstständigkeit die notwendigen Freiheiten für Entwicklung. Hier skizziert er seine Form der Direktvermarktung auf dem Hof. Darauf aufbauend beschreibt er, wie die Umsetzung von regenerativen Maßnahmen auch zu einer besseren Wirtschaftlichkeit führen können. Im Hauptteil geht er auf seine Erkenntnisse zur Fruchtfolge und die Umsetzung der Direktsaat im Ökolandbau ein. Hier beschreibt er detailliert und eindrucksvoll seine Erfahrungen mit den diversen Maschinen und wie diese in der Praxis anzuwenden sind, damit eine Direktsaat im Ökolandbau gelingen kann.

Georg Doppler bewirtschaftet seit 1995 gemeinsam mit seiner Frau Astrid das Mairgut in Parzham in Oberösterreich. Seit der Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise im Jahr 1998 wurde der Betrieb laufend weiterentwickelt zu einem vielfältigen „Gesamtsystem“. Die Weidehaltung von Rindern, Pferden, Schweinen und Geflügel auf Dauergrünland aber vor allem auch im Rahmen der Ackerfruchtfolge stehen dabei im Mittelpunkt. Am Acker wird möglichst durchgehende Bedeckung bei maximaler Diversität der Haupt- und Zwischenfrüchte jeweils in Gemengen angestrebt. Vielfältige Gehölzstreifen umrahmen und schützen die Felder. Die Bearbeitung der Flächen erfolgt seit nunmehr 20 Jahren ohne Pflug und bereits seit 15 Jahren kommen verschiedene Direktsaatverfahren auf bis zu einem Drittel der Fläche zum Einsatz.

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Posted by Yvonne in Ackerbau, Bodenbearbeitung, Direktsaat, Fruchtfolge, Ökonomie, Tierhaltung, Zwischenfrüchte

Nicolas Haack: Agroforstwirtschaft – Über Planung, Umsetzung, Pflege und Ernte

Nicolas Haack führt grundlegend in die Thematik der Agroforstwirtschaft (AFS) ein. Was ist die Definition? Was sind die Vorteile von solchen Systemen? Wie wurden früher AFS genutzt? Im Hauptteil geht er auf die heutigen Nutzungsmöglichkeiten von modernen AFS ein. Im Fokus stehen die einzelnen Planungsschritte. Diese unterteilt er in Betriebsanalyse, Standortanalyse, allgemeine Aspekte und Aspekte der Bewirtschaftung. Diese geht er detailliert durch und beschreibt die Herausforderungen und Chancen in der Umsetzung von AFS für Landwirte. Diese Schritte skizziert er anschaulich an Praxisbeispielen. Zum Abschluss führt er einige aktuelle Agroforstprojekte in Deutschland auf.

Nicolas Haack studiert ökologische Agrarwissenschaften an der Uni Kassel/Witzenhausen. Hier gründete er gemeinsam mit weiteren Studierenden vor 3 Jahren die Fachgruppe Regenerative Landwirtschaft. Daraus wurde der Uni-Kurs "Einführung in die Regenerative Landwirtschaft" entwickelt, welcher bereits zum 5. mal an der Universität stattfindet. Im Rahmen dieser Gruppe lernte er Christoph Meixner und Janos Wack kennen, mit ihnen gründete er vor etwa 1 Jahr TRIEBWERK. Zusammen setzen sie sich für die Verbreitung einer Regenerativ-Ökologischen Landwirtschaft durch die Etablierung von Agroforstsystemen ein. In der Agroforstwirtschaft und den vielfältigen Formen der Ausgestaltung dieser sehen sie einen Schlüssel zur zukunftsfähigen Landwirtschaft. Ihr Angebot umfasst die Vermittlung des Know-Hows zur Bewirtschaftung von Agroforstsystemen im Rahmen unterschiedlicher Bildungsveranstaltungen, die Planung von Agroforstsystemen, die Entwicklung nötiger Businesspläne sowie die Vermittlung einer Finanzierung der Agroforstsysteme.

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Posted by Yvonne in Agroforstwirtschaft, Ökonomie