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Sepp Braun

Landwirtschaft in Kooperation mit der Natur – Warum brauchen wir eine aufbauende Landwirtschaft und wie kann eine solche aussehen?

Sepp Braun bewirtschaftet einen Bioland-Betrieb mit Milchvieh, Legehennen, Ackerbau und Saatguterzeugung nördlich von München. Bereits 1986 stellte er auf ökologische Landwirtschaft um. Sepp Braun hat sich ganz der Erforschung der Bodenfruchtbarkeit verschrieben und gilt hier als ein Pionier. Er integriert Wildpflanzen in seine Anbausysteme, praktiziert Mischfruchtanbau und hat ein Agroforstsystem im Kurzumtrieb angelegt. Seine Wirtschaftsweise leitet er aus der Beobachtung der Pflanzen und Bodentiere und ihrer Ansprüche ab. Sein Ziel ist es, wenig einzugreifen und in Kooperation mit der Natur zu arbeiten.

In seinem Webinar stellt er aktuelle Paradigmen in der Landwirtschaft (sowohl konventionelle als auch ökologische) in Frage. Er zeigt dabei die globalen Herausforderungen in den Bereichen Klima, Boden, Artenvielfalt, Tierhaltung, Wasser und auch für den Menschen auf und beschreibt, durch welche Konzepte - natur-kooperativ -  die Landwirtschaft zur Lösung beitragen kann. Ein toller Einführungsvortrag in die Thematik von dem Pionier einer aufbauenden Landwirtschaft in Deutschland.

Jens Petermann

700 Hektar - auf dem Wege zur humusaufbauenden Landwirtschaft

Jens Petermann ist gelernter und studierter Landwirt eines 700 Hektar Betriebes (Ackerbau und Insgesamt 350 Tiere, davon ca. 170 Milchkühe, 40 Mastrinder und Nachzucht) in Brandenburg. Er war bis 2007 konventioneller Landwirt und wurde ab einem Erosionsschaden im eigenen Betrieb ein konventionell „Unkonventioneller“. Die wirtschaftliche Lage kleiner und mittlerer Milchviehbetriebe der letzten Jahre erzwang den längst überfälligen Schritt zum Biobetrieb.

Jens Petermann beschreibt seinen Weg zu einer humusaufbauenden Landwirtschaft, biografisch, firmenhistorisch und vor allem auch landwirtschaftlich-fachlich. Er hinterfragt gängige Konzepte aus Lehre und Praxis und stellt seine humusaufbauenden theoretischen und praktischen Erfahrungen vor. Er zeigt auf, wann ein Boden von alleine „funktioniert“ und wie der Landwirt seinem Boden auf dem Weg dahin (in der Bodenphysik, -chemie und -biologie) helfen kann.

Michael Weiß

Mykorrhiza & Co.: Die Bedeutung wurzelsymbiontischer Pilze für einen nachhaltigen Pflanzenbau

Michael Weiß hat sich an der Universität Tübingen in internationalen Kooperationen intensiv mit Grundlagenforschung zur Evolution, Ökologie und Systematik der Pilze beschäftigt. Seit 2015 leitet er das Steinbeis-Innovationszentrum Organismische Mykologie und Mikrobiologie. Ein aktuelles Projekt beschäftigt sich mit der Herstellung effektiver Trockendünger durch Fermentation von Lebensmittelresten mit Biomasse aus der Kulturlandschaft, ein anderes mit der Entwicklung innovativer Beizverfahren mit wurzel-assoziierten Mikropilzen, um die Toleranz von Pflanzen gegen verschiedene Arten von Stress (z.B. Trockenheit oder Schädlingsdruck) zu stärken.

In seinem Vortrag führt er in die Beschreibung und Bedeutung der Pilze im Rahmen des Gesamtkosmos Erde ein. Er legt den Fokus auf die Bedeutung der Pilz-Wurzel-Symbiosen - der Mykorrhiza – und beschreibt, wie diese für ein gesundes Pflanzenwachstum sorgen können. Michael Weiß führt weiterhin Ansätze und Maßnahmen an, wie Landwirte ihre Boden mykorrhiza-freundlich bestellen können und führt aktuelle Forschungsergebnisse an.

Christoph Felgentreu

Gründüngung & Zwischenfrüchte - Boden aufbauen

Christoph Felgentreu hat Pflanzenproduktion an der Humboldt-Universität studiert. Von 1990 bis 2019 war er Leiter der Betriebsstätte Deutsche Saatveredelung AG. Dazu gehören 2,5 ha Versuchsfläche, auf der aktuelle Fragen der Landwirte aufgegriffen werden. Dazu werden gemeinsam mit Pflanzenschutz-, Düngemittel- und Technikfirmen Sorten und Anbautechnologien der wichtigsten in der Umgebung angebauten Kulturen getestet.

Christoph Felgentreu führt in die grundlegenden Maßnahmen ein, welche Landwirte umsetzen können, um die Bodenfruchtbarkeit nicht nur zu erhalten, sondern auch zu steigern. Als zentrales Element thematisiert er Zwischenfrüchte und Untersaaten. Er zeigt anhand wissenschaftlicher Studien die Vorteile eines dauerhaft bedeckten Bodens mit hoher ober- und unterirdischer Biodiversität für die Bodenfruchtbarkeit (gesündere Pflanzen, erhöhte mikrobielle Aktivität im Boden, bessere Krümelstruktur etc.).

Jan-Hendrik Cropp

Anbausysteme zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit

Jan-Hendrik Cropp ist ausgebildet im Gemüse- und Ackerbau durch selbstverantwortliche Tätigkeit in verschiedensten Betrieben, durch das Studium der Ökologischen Agrarwissenschaften und diverse Fortbildungen. Der Fokus seiner Beratungstätigkeit liegt auf Anbausystemen zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit in Gemüse- und Ackerbau. Er ist außerdem Journalist, Bildungsarbeiter und politisch aktiv. Seine Überzeugung ist es, dass man zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit das System Boden – Bodenleben – Pflanze in seiner Gänze interpretieren lernen muss.

Sein grundsätzliches Leitmotiv bildet die Funktionsweise eines natürlichen Ökosystems. Anhand dessen formuliert er vier Prinzipien: Minimale Bodenbearbeitung, möglichst hohe Vielfalt, lebendige Wurzeln möglichst ganzjährig und möglichst immer eine Mulchdecke aus toter Organik. Er stellt die garekonservierende Bodenbearbeitung vor und zeigt auf, wie Landwirte auf pragmatische Art ihre Garequalität beurteilen und daraus die „richtigen“ Schritte in der Bodenbearbeitung ableiten können. Weitere Themen seines Vortrages sind Transfer-Mulch, Untersaaten, Beisaaten, Zwischenfrüchte und Direktsaat im Ökolandbau.

Michael Reber

Bodenfruchtbarkeit und Humusaufbau als Schlüssel zu den Herausforderungen der Zukunft?! - Wir Bauern sind die Lösung!

Michael Reber bewirtschaftet einen konventionell wirtschaftenden Betrieb mit Ackerbau, Schweinemast und Biogasanlage bei Schwäbisch Hall. Schon über 30 Jahre wirtschaftet der Betrieb pfluglos. Stagnation in den Erträgen trotz steigendem Aufwand an Mineraldünger, chemischem Pflanzenschutz und hohem Anteil organischer Dünger sorgten dafür, dass er sich auf die Suche nach einer Weiterentwicklung des Anbausystems machte. Der Bodenkurs bei Friedrich Wenz und Dietmar Näser gab ihm das Werkzeug für eine Neuorientierung an die Hand, Biomasseproduktion und Humusaufbau in Einklang zu bringen, wohlwissend, dass sich der Betrieb hier erst am Anfang einer langen Reise befindet.

Michael Reber hinterfragt in seinem Vortrag gängige Lehrmeinungen in der Landwirtschaft und zeigt auf, dass die Bauern die Lösungen sind, um die aktuellen Herausforderungen anzugehen. Grundelemente sind für ihn die Bodenfruchtbarkeit und der Humusaufbau. Anhand seines Betriebes zeigt er seinen Weg (mit allen Erfolgen und Misserfolgen) zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit auf. Zentral ist dabei für ihn, die huminstoffbildenden Prozesse zu unterstützen. Dabei thematisiert er die Rolle der Nährstoffverhältnisse in der Bodenchemie und der Dauerbegrünung – der grünen Brücke - (mit Liquid-Carbon-Pathway, Untersaaten, Mischkultur, Zwischenfrüchte, Flächenrotte und vitalisierende Blattspritzungen mit Komposttee)

Andrea Beste

Beurteilung der Bodengesundheit - Einführung in die "Qualitative Bodenanalyse"

Andrea Beste ist Diplomgeografin, Agrarwissenschaftlerin und Bodenexpertin. Sie hat die Feldmethode „Qualitative Bodenanalyse“ entwickelt, die von jedem Landwirt verwendet werden kann. 2001 gründete sie das Büro für Bodenschutz & Ökologische Agrarkultur (gesunde-erde.net), welches internationale Bodenanalyse und Beratung anbietet. Seit 2008 berät sie Abgeordnete des EU-Parlaments, des Deutschen Bundestages und verschiedener Länderparlamente. Sie ist Mitglied im Fach-AK Bodenschutz des BUND und Co-Autorin des von Heinrich-Böll-Stiftung, Institute for Advanced Sustainability Studies, BUND und Le Monde diplomatique herausgegebenen Bodenatlas.

Sie führt in ihrem Vortrag in die Feldmethode der „Qualitativen Bodenanalyse“ ein und zeigt, wie Landwirte diese anwenden können, um eine aussagekräftige Bodenbonitur durchführen zu können. Zentral sind in der Bonitur die Beurteilung des Bodengefüges und des Boden/Wurzel-Kontaktes. Ein besonderes Element dieser Analysemethode ist, dass sie bodenartspezifisch und horizontspezifisch ist. Hierauf geht sie anschaulich ein. Darüber hinaus stellt sie weitere einfache Bodenbeurteilungsmöglichkeiten (z.B. Stechzylinder, Penetrometer, Aggregatstabilitätstest) vor.

Johannes Storch

Mulchen im Freiland-Gemüsebau

Johannes Storch führt seit 2011 den Gemüsebau auf dem Bio-Gemüsehof Dickendorf. Von Anfang an war es sein Ziel, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und sogar zu steigern. Durch Beobachtung der Natur war bald klar, dass intensive Durchwurzelung in Kombination mit einer organischen Mulchdecke der Schlüssel ist. Die Anpassung dieser Prinzipien an den Feld-Gemüsebau bedeutete viel Entwicklungseinsatz. Die daraus entstandenen Innovationen im Anbausystem und in der Technik trugen zu einer substantiellen Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit bei, sowie weitere Vorteile bei Unkrautmanagement, Arbeitswirtschaft und bei der Pflanzenernährung. Mittlerweile ist Technik und das Anbausystem ausgereift, sodass der Betrieb Beratung und professionelle Pflanztechnik für das Mulchsystem anbietet.

In seinem Webinar stellt Johannes Storch das Verfahren der Mulch-Direktpflanzung detailliert vor. Er beschreibt die einzelnen Arbeitsschritte auf seinem Betrieb und erläutert seine Biomasse- und Wurzel-optimierte Fruchtfolge als Kernelement des Anbauverfahrens. Weiterhin stellt er die von ihm und seinem Team entwickelte Mulchpflanzmaschine vor. Basierend auf wissenschaftlicher Begleitforschung führt Johannes abschließend die Entwicklung der Nährstoffbilanzen und -freisetzung seiner Felder auf.

Peter Bloching

Acker, Weide, Biotope alles in einem Jahr, auf einer Fläche, oder Ackerbau mit Permakultur-Elementen

Peter Bloching ist Landwirtschaftsmeister mit klassischer Ausbildung. 1996 Übernahme des Familienbetriebes (Milchvieh und Ackerbau) und Aufbau einer Molkerei mit Direktvermarktung (bis 2017). 2004-07 Entwicklung und Umsetzung von Verkauf über Automaten. 2009 Umstellung auf Bioland. 1987 1. Wahrnehmung von Bodenerosion, dann ab 1989 Mulchsaat. „Bis 2002 waren wir ein großer Maisanbauer in der Region. Durch die Gentechnikdiskussionen, ab 1995, und die BSE Krisen (1995-2001) habe ich jegliches Vertrauen in die Agrarindustrie verloren. Bereits 2007, vor der Umstellung auf Bio haben wir den Maisanbau eingestellt. Ab 2010 Anpflanzungen von Agroforstbiotopen. Zwischenfrüchte, ab 1989. Untersaaten, ab 2003. Natürliche Selbstumwandlung zur Wiese, 2010.

Peter Bloching zeigt in seinem Vortrag auf, wie er als Landwirt zu mehr Gesundheit in der Natur, bei den Tieren und Pflanzen und bei den Produkten beitragen kann. Auf dem Acker spielen für ihn dabei Untersaaten, Zwischenfrüchte und die Integration von Tieren eine zentrale Rolle. Weiterhin beschreibt er, wie er sein Anbausystem auf die Optimierung der Photosyntheseleistung und der Interaktion mit dem Bodenleben ausgerichtet hat. Auf der Fläche versucht er auch möglichst viel Diversität und kleinräumige Strukturen zu erzeugen. Dies erzielt er durch das Anlegen von diversen Gehölz- und Blühstreifen.

Viviane Théby

Mit Tieren Bodenfruchtbarkeit steigern - Holistisches Weidemanagement

Viviane Théby ist Tierärztin, Landwirtin und vom Savory Institut zertifiziert im Ganzheitlichen Management. Sie betreibt mit ihrem Lebensgefährten den Scheuerhof seit 2017 nach den Prinzipien des ganzheitlichen Weidemanagements. Dort zeigen beide, dass man auch eine artenreiche Landwirtschaft profitabel betreiben kann. Die Grundlage bildet eine gesunde Weide mit einem artenreichen Bodenleben.

In ihrem Vortrag erklärt Viviane Théby den Ansatz des ganzheitlichen Managements, welchesr ursprünglich von Allan Savory entworfen wurde. Dieser Ansatz ist im Kern ein Managementansatz, welcher, basierend auf einer ganzheitlichen Betrachtung der Natur, dem Landwirt ermöglicht, Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen. Einen Schwerpunkt legt sie dabei auf die Erläuterung der vier Ökosystemprozesse: Wasserzyklus, Mineralstoffzyklus, Energiefluss und Gemeinschaftsdynamiken. Im weiteren Verlauf geht sie auf den Produktivitätszyklus von Gras ein und mit welchen Werkzeugen dieser Zyklus gesteuert werden kann. Gegen Ende der Präsentation beschreibt sie ihren Weideplan und zeigt auf, welche Entwicklungen ihre Weideflächen in den letzten Jahren durchgemacht haben.

Burkhard Kayser

Multifunktionale Landwirtschaft mit Agroforstsystemen

Burkhard Kayser ist freier Berater für nachhaltige Landnutzung, Agroforstsysteme und Permakultur. Seit bereits über 30 Jahren beschäftigt er sich mit der Anlage von Agroforstsystemen sowie der Phänologie und den Standortansprüchen von Gehölzen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Außerdem ist der Leiter des Fachbereichs "Planung und Beratung" des Deutschen Fachverbandes für Agroforstwirtschaft (DeFAF).

In seinem Vortrag geht ganz allgemein auf die Definition von Agroforstsystemen (AFs) ein und zeigt verschiedenste Varianten auf. Weiterhin beschreibt er die geschichtliche Bedeutung von Agroforstsystemen in den europäischen Kulturlandschaften. Seinen Fokus legt er auf die Wirtschaftlichkeit solcher AFs und stellt hier verschiedene Systeme und ihre jeweiligen ökonomischen und ökologischen Nutzen für Mensch und Natur vor. Weiterhin beschreibt er grundlegende umsetzungsrelevante Aspekte, bevor er abschließend aktuelle rechtliche und förderrechtliche Bedingungen von AFs erläutert.

Sebastian Heilmann

Mit Market Garden zu mehr Bodenfruchtbarkeit & besseren Ernten

Durch eine längere Zeit in Indien und in der biologisch-dynamischen Bewegung dort, sowie dem Absolvieren der Freien Ausbildung im Norden, hat Sebastian in der Landwirtschaft die Inspiration gefunden, eine aufbauende Landwirtschaft mit zu entwickeln. Erfahrungen sammelte er bisher mit Mutterkühen, Legehennen, Milchziegen, kleingliedrigem Ackerbau, und immer stärker im Gemüsebau, mit Weiterbildungen zum Bodenmikrobiologie, Kompostieren, Komposttees und Mikroskopie. In der Gemeinschaft Schloss Tempelhof geht Sebastian seinem starken Anliegen nach, eine vielfältige und regenerative, kleinbäuerliche Landwirtschaft zu fördern und mit zu formen.

In seinem Vortrag beschreibt er den Ansatz des Market Gardening und wie dieser zu mehr Bodenfruchtbarkeit und besseren Ernten führen kann. Die Schlüssel zu mehr Bodenfruchtbarkeit im Gemüsebau sind für Sebastian Bodenruhe, Vielfalt, Lebendiger Bewuchs und Bodenbedeckung. Weiterhin beschreibt er den Komposteinsatz als weiteren Schlüssel und zeigt auf, wie sie auf dem Betrieb mit Kompost umgehen. Anhand dieser Schlüsselelemente zeigt Sebastian auch, wie sie dank des Market Gardening Ansatzes auf kleiner Fläche viel Gemüse ernten können.

Ines Fritz

Beitrag der Mikroorganismen zur natürlichen Bodenfruchtbarkeit

Ines Fritz ist Assistenzprofessorin am Institut für Umweltbiotechnologie an der Universität für Bodenkultur Wien. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Erforschung der mikrobiellen Aktivität im Boden. Aus ihrer Sicht leisten die Mikroorganismen die zentrale Arbeit beim Humusaufbau und damit bei der Sicherung der natürlichen Fruchtbarkeit unserer landwirtschaftlichen Böden.

In ihrem Vortrag schildert Ines Fritz ihre wissenschaftliche Perspektive auf die Mikroorganismen (MO) und ihren Beitrag zum Aufbau bzw. zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Sie stellt dar, wie Mikroorganismen seit Milliarden Jahren eine zentrale Rolle in der Schaffung von Leben auf der Erde spielen. Sie beleuchtet die Lebensgrundlagen von MO und ihre Interaktion mit ihrer Umwelt. Zentral ist, dass MO ihren Lebensraum selbst gestalten. Somit wird aus leblosem Stein ein fruchtbarer, lebendiger Boden, welcher die Grundlage zur Weiterentwicklung der eigenen Spezies dient. Dieser Prozess funktioniert umso besser, je diverser die mikrobielle Gemeinschaft ist. Auch die Resilienz gegenüber Umweltveränderungen hängt ihrer Ansicht nach stark mit der Vielfalt der mikrobiellen Gemeinschaft zusammen. Auf diesen Erkenntnissen aufbauend, beschreibt Ines Fritz die Entstehung von Humus im komplexen System der Boden-Pflanze-Mikroorganismen-Interaktion.

Christoph Zehrfuchs

Kompostierung nach dem MC Verfahren und Torffreie Jungpflanzenanzucht

Nach dem Abschluss der HBLA Raumberg-Gumpenstein übernahm Christoph Zehrfuchs den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb. 2012 Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise. Grundlage waren die Erkenntnisse der Bodenpraktikerausbildungen von Bio Austria. Weitere Ausbildungen wie das „Intensivseminar Bodenfruchtbarkeit“ und der „Bodenkurs im Grünen“ bilden die heutige Bewirtschaftungsgrundlage. Der Hof produziert Gemüse, Obst und Getreide für die Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft. Zentraler Erfolgsfaktor ist die Verlebendigung des Bodens mit Mulch, Begrünung, Flächenrotte, mikrobieller Carbonisierung und Komposttee.

Christoph Zehrfuchs gibt einen Überblick über die gängigsten Kompostierungsverfahren. Hier differenziert er zwischen den Verfahren und zeigt die Vor- und Nachteile für seinen Betriebskontext auf. Er beschreibt en Detail die mikrobielle Kompostierung nach Witte und zeigt seinen Versuchsaufbau und -erfahrungen seit 2015. In seine Erfahrungen fließen dabei sowohl empirische als auch wissenschaftliche Untersuchungen (z.B. nach Unterfrauner, Kinsey) ein. Im zweiten Teil beschreibt er die Prozessschritte der torffreien Jungpflanzenanzucht vor seinen Gemüsebau.

Franz Grötschl

Begrünung (Zwischenfrüchte) mit Plantinggreen - neue Wege und Ziele. Bodenbedeckung 365 Tage im Jahr

Franz Grötschl ist landwirtschaftlicher Meister und bewirtschaftet 75 ha mit einem konventionellen Milchviehbetrieb (65 Kühe plus weiblicher Nachzucht) im Burgenland (Österreich). Hauptsächlich aus Arbeitszeitgründen arbeitete er in den 90er im Getreide nur Grubbersaat. Aufgrund zunehmender Trockenheit auf den Sandböden, versuchte er auch im Mais Mulchsaat mittels Zwischenfrüchte und eines selbstgebauten Reihengrubbers mehr Humus aufzubauen. Die Bodenbiologie ist Grötschl sehr wichtig. Je diverser eine Kultur am Feld steht, je weniger künstlichen Eingriff ist in dem natürlichen Ablauf dann notwendig. Das ermöglicht ihm mittlerweile weitgehend auf Mineraldünger sowie chemischen Pflanzenschutz zu verzichten. Flächenrotte bei Verunkrautung und Striptill für die Gülleinjektion und Notill sind Grundsätze der Bewirtschaftung.

Franz Grötschl beschreibt seine betriebliche Umsetzung des Gülle-Stripptill-Verfahrens (zum Beispiel in den Mais). Hier geht er auch auf die Wirtschaftlichkeit des Stripptill-Verfahrens gegenüber klassischen konventionellen Verfahren ein und zeigt die substantielle Zeitersparnis auf. Weiterhin erklärt er die Bodenbearbeitungsverfahren und Kulturtechniken einer möglichst ganzjährigen Bodenbegrünung („Grüne-Brücke“) im Rahmen seines „Mini-Notill-Mulch-Verfahrens“.

Viviane Théby

Mikroorganismen und Komposttee - Wie uns die Kleinen helfen können

Viviane Théby ist Tierärztin, Landwirtin und vom Savory Institut zertifiziert im Ganzheitlichen Management. Sie betreibt mit ihrem Lebensgefährten den Scheuerhof seit 2017 nach den Prinzipien des ganzheitlichen Weidemanagements. Dort zeigen beide, dass man auch eine artenreiche Landwirtschaft profitabel betreiben kann. Die Grundlage bildet eine gesunde Weide mit einem artenreichen Bodenleben.

In ihrem Vortrag stellt sie einige der „wichtigen“ Bodenorganismen für die Bodenfruchtbarkeit vor. Dazu zeigt sie eine Reihe mikroskopischer Nahaufnahmen. Hierbei erläutert sie die Funktion der anaeroben und aeroben Organismen und zeigt, welche Organismen als Indikator für gesunde bzw. ungesunde Prozesse im Boden dienen. Im weiteren Verlauf des Vortrages geht Viviane Théby auf die Herstellung, Beurteilung und Ausbringung von Komposttee als Mittel zur Belebung des Bodens ein.

Florian Röttger

Angepasste Fruchtfolgen für Klima, Ertrag und Umwelt (Fruchtfolgegestaltung, Direktsaat, Zwischenfrüchte/Untersaaten)

Florian Röttger ist 32 Jahre alt, Betriebsleiter auf dem elterlichen Hof mit Schwerpunkt Sauenhaltung mit Ferkelaufzucht und Ackerbau. Seit 2015 arbeitet der Hof pfluglos; seit langer Zeit schon mit Sommer- und Winterzwischenfrüchten. 2019 erfolgte der Einstieg in die Direktsaat. Die Ferkelproduktion ist fast komplett ohne Antibiotika. Hintergrund ist der Wunsch, den Betrieb wieder in einen Kreislauf zu bringen, und möglichst viel eigenes Getreide/Eiweißfutter für die Sauen mit möglichst wenig Chemie zu erzeugen, um die Gesundheit im Betrieb und die Leistung der Tiere zu verbessern. Gleichzeitig soll der Ertrag, gerade in Trockenjahren, stabilisiert werden.

Florian Röttger beschreibt die Entwicklung seines elterlichen Betriebes hin zu einem bodenaufbauenden Betrieb. Dabei geht er detailliert auf die Themen Fruchtfolge, Direktsaat, Zwischenfrüchte und Untersaaten ein und zeigt auf, welche Erfahrungen er damit in den Jahren gemacht hat. Anschaulich beschreibt er die Anpassung und Umsetzung der Konzepte an seinem betrieblichen Kontext und welche Erfahrungen er damit gesammelt hat.

Jan-Hendrik Cropp

Direktsaat und Direkpflanzung im ökologischen Pflanzenbau

Jan-Hendrik Cropp ist ausgebildet im Gemüse- und Ackerbau durch selbstverantwortliche Tätigkeit in verschiedensten Betrieben, durch das Studium der Ökologischen Agrarwissenschaften und diverse Fortbildungen. Der Fokus seiner Beratungstätigkeit liegt auf Anbausystemen zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit in Gemüse- und Ackerbau. Er ist außerdem Imker, Journalist, Bildungsarbeiter und politisch aktiv. Seine Überzeugung ist es, dass man zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit das System Boden – Bodenleben – Pflanze in seiner Gänze interpretieren lernen muss.

Jan-Hendrik Cropp führt in seinem Vortrag in die Grundlagen der Direktsaat im Ökolandbau ein. Im Prinzip verheißt das Direktsaatsystem viele Vorteile: Es ermöglicht eine Pflanzung oder Saat ohne Bodenbearbeitung und somit eine „grüne Brücke“, es ermöglicht den Erhalt einer schon guten Bodengare und es spart Energie und Maschinenarbeit. Da die Direktsaat im Ökolandbau eine Herausforderung darstellt legt er ein besonderes Augenmerk auf die notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung. Er beschreibt das System der Direktsaat als Zyklus und geht sukzessive alle wichtigen Schritte der Umsetzung durch (Bodenbearbeitung, Zwischenfrucht säen, Zwischenfrucht bonitieren, Zwischenfrucht abtöten, Saat/Pflanzung, Ernte und Bonitur). Der Gemüsebetrieb Dickendorf dient im hier als Beispiel. Eine gute und regelmäßige Bodenbonitur ist als Monitoringinstrument essentiell. Hier gibt er viele Boniturbeispiele.

Thorsten Arnold

Regenerative Landwirtschaft in Nordamerika – zwischen Gurus, Bewegung und Transformation

Thorsten Arnold ist Wissenschaftler, Berater, Autor und Landwirt. Zusammen mit seiner Frau Kristine Hammel betreibt Thorsten im Kanada den Persephone Market Garden, eine biointensive ökologische Gemüsefarm auf der „gesunde, faire uFnd einfach gute Lebensmittel“ produziert werden. Er hat im Bereich des Wassermanagements und der Agrarökonomie an der Universität Hohenheim promoviert. In seiner Arbeit als Wissenschaftler und Autor verbindet er die Herausforderung des globalen Klimasystems mit der Notwendigkeit, regionale regenerative Landnutzungssysteme zu entwickeln. Thorsten ist initiierend und beratend in zahlreichen Projekten in Nordamerika aktiv. Dank seiner Erfahrung im praktischen und akademischen Kontext, seinem Einblick in die zahlreichen Initiativen und Bewegungen und seiner Zweisprachigkeit kann er, wie kein anderer, eine Brücke zwischen Europa und Nordamerika im Bereich der aufbauenden Landwirtschaft spannen.

Zu Beginn seiner Präsentation geht Thorsten Arnold auf den amerikanischen Kontext ein. Er beschreibt die ökosystemischen Besonderheiten (vor allem der Steppenlandschaften) und zeigt auf, welche unangepasste Art der Landwirtschaft dort praktiziert wurde und immer noch wird. Mit dem Ergebnis, dass sowohl am Anfang des 20. Jahrhunderts als auch vor ein paar Jahren riesige Staubwolken („Dust Bowls“) zu verheerenden Katastrophen und kollektiven Traumata führte. Er macht deutlich, wie die riesigen, chemisch-industriellen Monokulturlandwirtschaften im Ackerbau und in der Tierhaltung den Boden und die Ökosysteme stark degenerieren. Im zweiten Teil des Vortrages beschreibt er die Evolution der amerikanischen Biobewegung und geht hier im Besonderen auf die Arbeiten von Wendell Berry und Allan Savory ein. Zum Abschluss skizziert er einige der bedeutendsten Landwirte und Organisationen der regenerativen Landwirtschaft in den USA.

Felix Miller

Methoden zur nachhaltigen Gülle- und Grünlandwirtschaft

Felix Miller hat Landwirtschaft an der Universität Hohenheim studiert und führt einen landwirtschaftlichen Betrieb gemeinsam mit seinem Vater. Der Hof wird nach den Richtlinien des Biokreis e.V. bewirtschaftet. Zum Hof gehören 45 Milchkühe mit teilweiser Nachzucht. Sein Ziel war, auf den 45 ha Eigenfläche den Humusgehalt zu steigern und die positive Bodenfauna zu fördern. Dadurch führte kein Weg an der Güllebehandlung vorbei, die der Betrieb nun schon einige Jahre mit durchschlagendem Erfolg betreibt. Durch viele Gespräche mit anderen Landwirten, die ihre Gülle behandeln ist das System mittlerweile ausgereift und bietet nicht nur, aber insbesondere für Biobetriebe, die Möglichkeit, die Nährstoffeffizienz, die Futterqualität und die Tiergesundheit zu verbessern.

Zu Beginn beschreibt Felix Miller seine Gründe weswegen er das System der Güllebehandlung umsetzt. Dabei spielen unter anderem eine Senkung der Arbeitszeitkosten, eine bessere Pflanzenverträglichkeit und eine Förderung aerober Prozesse im Boden zu den Vorteilen. Er zeigt auf, wie er die Milieusteuerung in der Praxis umsetzt und welche Mischungen er verwendet. Explizit geht er auf die verschiedenen Gesteinsmehle (Diabas, Zeolith, Bentonit) ein. Als weitere Bestandteile seiner Güllebehandlung skizziert er die effektiven Mikroorganismen, Pflanzenkohle und feinstoffliche Mittel. Zum Schluss beschreibt er seine Erfahrungen mit Leonardit als Mittel zur Gesundung von Boden und Tieren.

Olaf Schnelle (kein Live-Webinar)

Gemüseanbau - Verarbeitung der Überschüsse

Webinar-Preis: 0,80 Euro

Olaf Schnelle gründete zwei Gärtnereien, die sich in der deutschsprachigen Top-Gastronomieszene rasch einen Namen machten. Die erste Gärtnerei „Essbare Landschaften“ betrieb er von 1998 bis 2014. Sie beschäftigte sich mit der geschmacklichen Vielfalt von Wildkräutern. Seine aktuelle Gärtnerei „Schnelles Grünzeug“ befasst sich mit dem gesamten Spektrum kulinarisch wertvollen Grüns. Das Sortiment umfasst nun neben den Wildkräutern auch Gemüse, Hölzer, Wurzeln und Sämereien. In seiner praktischen Arbeit befasst er sich in seiner kleinen, sehr intensiv bewirtschafteten Gärtnerei mit mobilen Folientunneln und Grünmulch. Das neueste Projekt ist der Aufbau des „Zentrum für Gemüse-Fermentation im Trebeltal“, in dem er in unmittelbarer Nachbarschaft seine Überschüsse verarbeitet.

Dies ist kein Webinar, sondern eine gefilmte Führung über seinen Betrieb, v.a. mit einem Einblick in seine Fermentationsanlage.

Dominik Schreiber

Biodiversität und Bodenaufbau im Obstanbau

Robert und Dominik Schreiber bewirtschaften in Poysdorf, Niederösterreich, einen Obstbau- und Baumschulbetrieb mit Schwerpunkt Steinobst. Neben der für den Betrieb besonders wichtigen Marille (Aprikose), welche auch über den LEH vermarktet wird, gibt es mit den verschiedensten Obstarten eine intensive Direktvermarktung. Seit 10 Jahren wird nach Grundsätzen der regenerativen Landwirtschaft produziert. Dazu gehören vor allem vielfältige Begrünungen, die eigene Kompostierung, der Einsatz von Pflanzenkohle, Baumstreifenabdeckungen und reduzierter Pflanzenschutz.

Zu Beginn seines Vortrages weist Dominik Schreiber auf die Notwendigkeit eines ganzjährig begrünten Bodens hin. Denn Pflanzen spielen auch eine wichtige Rolle in der Entstehung von Regen und haben somit einen Einfluss auf den kleinen, regionalen Wasserkreislauf. In ihrer Obstbaumschule spielt diese Dauerbegrünung eine vielfältige Rolle. Sie dient der besseren Befahrbarkeit, beugt dem Nachbau vor, erhöht den Erosionsschutz, steuert den Wasserhaushalt und fördert die Nützlinge. All diese Eigenschaften kommen der Erzeugung gesunder Früchte, Bäume und Sträucher zu Gute. Im Weitern Verlauf zeigt Dominik, wie sie in ihrer Dauerkultur das Begrünungsmanagement durchführen und welche Erfahrungen sie über die Jahre gesammelt haben.

Philipp Gerhardt

Auf dem Holzweg - wie wir unsere Waldnutzung umbauen müssen, Klimawandel sei Dank

Philipp Gehrhardt ist Dipl.-Forstwirt, freier Berater und Planer für regenerative Landnutzung. Er hat an der Forstakademie in Tharandt (TU Dresden) studiert, in verschiedenen Forstbetrieben und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien gearbeitet. Inspiriert ist er von den forstlichen Visionären Heinrich Cotta und Wilhelm Pfeil, deren Idee der ‚Baumfeldwirtschaft‘ früher als auch heute ein vielversprechendes Werkzeug zur Klimaanpassung landwirtschaftlicher Felder darstellt. In der Umsetzung nutzt er moderne Techniken ebenso wie altes Wissen. Mittlerweile hat er zahlreiche Betriebe beraten, die nun u.a. mit Baumpflanzungen und Schlüssellinienbearbeitung (Keyline Design) die Landschaft nachhaltig verändern und ihren Erfolg auf neue Wirtschaftsweisen aufbauen.

Philipp Gehrhardt beschreibt, unter welchem (Klima-)Stress unser Wald bereits steht und welche Herausforderungen ein aktives Waldmanagement angehen muss, wenn die Vorhersagen des Weltklimarates eintreten (Was leider sehr wahrscheinlich ist). Doch der Wald steht nicht losgelöst dar, sondern er steht in Interaktion mit der Landwirtschaft. Lehre ausgeräumte Felder haben einen großen Einfluss auf Windverhältnisse, Verdunstung und Niederschläge. Er zeigt auf, welche Vorteile Bäume in der Landschaft und der Landwirtschaft haben können, sowohl für die Regeneration des Landes als auch des Waldes (und auch als ökonomischer Nutzen). Hier führt er in das Konzept der „Baumfeldwirtschaft“ ein. Er zeichnet ein ganzheitliches Bild eines aktiven Waldumbaus von Ökosystem-Mimikry, über die Suche nach klimaplastischen Arten bis hin zur Nutzenoptimierung dieser Baumfelder.

Christian Hildmann

Der Wasserkreislauf - eine systemische Betrachtung

Christian Hildmann arbeitet als Wissenschaftler nach Stationen an der TU Berlin (Ökologie/ Limnologie) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Raum- und Umweltplanung) seit 2011 am Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften und leitet dort die Abteilung für Landschaftsentwicklung, Naturschutz, Gewässerökologie und -sanierung. Ein Schwerpunkt der systemisch und anwendungsbezogen ausgerichteten Forschung ist das Wasser. Darin bündeln sich von quantitativen Aspekten über den Stofftransport mit der qualitativen Seite bis hin zum Lebensraum die landschaftsökologischen Zusammenhänge wie in einem Brennglas. Aufgewachsen in Gummistiefeln bei 1200 mm Jahresniederschlag lebt er nun bei weniger als 600 mm in der Lausitz.

Christian Hildmann beschreibt zu Beginn seines Webinars die Funktionsweise des großen („globalen“) Wasserkreislaufes, vom Meer zum Festland, unter Einwirkung der Sonnenenergie. Anschließend beschreibt es den kleinen („regionalen“) Wasserkreislauf und zeigt auf, wie Pflanzen über Verdunstung dieses Kleinklima beeinflussen und auch zur lokalen Wolkenbildung beitragen können. Er skizziert die unterschiedlichen – wissenschaftlich erforschten - Auswirkungen und Rückkopplungen von degradierten und intakten Landschaften in Bezug auf das Thema Wasser(-kreislauf). Ein guter wissenschaftlicher Grundlagenvortrag für die weiteren Praxiswebinare.

Philipp Gerhardt

Keyline Design - wie das Wasser in der Land(wirt)schaft bleibt

Philipp Gerhardt ist Dipl.-Forstwirt, freier Berater und Planer für regenerative Landnutzung. Er hat an der Forstakademie in Tharandt (TU Dresden) studiert, in verschiedenen Forstbetrieben und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien gearbeitet. Inspiriert ist er von den forstlichen Visionären Heinrich Cotta und Wilhelm Pfeil, deren Idee der ‚Baumfeldwirtschaft‘ früher als auch heute ein vielversprechendes Werkzeug zur Klimaanpassung landwirtschaftlicher Felder darstellt. In der Umsetzung nutzt er moderne Techniken ebenso wie altes Wissen. Mittlerweile hat er zahlreiche Betriebe beraten, die nun u.a. mit Baumpflanzungen und Schlüssellinienbearbeitung (Keyine Design) die Landschaft nachhaltig verändern und ihren Erfolg auf neue Wirtschaftsweisen aufbauen.

Zu Beginn seines Webinars beschreibt Philipp Gerhardt den bereits gravierenden Zustand des deutschen Waldes aufgrund des vergangenen Hitzesommern und zeigt dabei auf, wie Ursachen und Folgen der Umweltprobleme miteinander zusammenhängen. Er erläutert, welche Probleme unsere ausgeräumten Kulturlandschaften mit sich bringen. Detailliert beschreibt er daraufhin, wie eine Kulturlandschaft wieder „funktionsfähig“ umgestaltet werden kann, um die Wasserspeicherfähigkeit in der Landschaft, eine erhöhte Kühlfunktion und eine klimaplastische Ausrichtung erreichen zu können. Dabei geht er speziell auf das Keyline-Design als Gestaltungskonzept zur besseren Steuerung von Wasserflüssen in der Landschaft ein.

Patrick Worms

Agroforstwirtschaft - Mehr Wasser & mehr Leben im System für eine erhöhte Resilienz

Patrick Worms ist u.a. Präsident von EURAF, dem Europäischen Verband der Agroforstwirtschaft; Treuhänder und Schatzmeister der International Union of Agroforestry; Mitglied des Lenkungsausschusses von International Land Lives Peace, der an der Schnittstelle zwischen Landdegradierung und Konflikten arbeitet und Mitglied mehrerer Beratungsgremien. Patrick ist seit den späten 1980er Jahren an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik aktiv. Als junger europäischer Beamter leistete er Pionierarbeit für eine neue Art der Kommunikation, um mit dem ökologischen Erbe des Kommunismus in der ehemaligen Sowjetunion umzugehen, bevor er in die Privatwirtschaft wechselte und sich mit dem katastrophalen ökologischen Erbe des Großen Sprungs Chinas beschäftigte, eine Bemühung, die zur ersten groß angelegten Investition des Privatsektors in Baumpflanzungen zur Sanierung von Wassereinzugsgebieten in diesem Land wurde.

Patrick Worms führt in das Webinar mit der Bezeichnung einer systembewussten Landwirtschaft ein. Denn nur, das Verständnis der verschiedenen Systemprozesse in der Natur, wie diese zusammenhängen und wie diese vom Menschen gemanaged werden können machen den Unterschied zwischen einer Landdegradation und einer Landregeneration aus. Zu Beginn geht er auf das ganzheitliche Weidemanagement ein und zeigt, welches Potential eine bewusst geplante, rotierende Beweidung haben kann. Diese kann auch in einem Agroforstsystem umgesetzt werden. Im Hauptteil zeigt Patrick Worms eine Vielzahl von Agroforstsystemen weltweit und zeigt die positiven Auswirkungen in Bezug auf Klimawandel, Wasserspeicherfähigkeit, Nährstoffverfügbarkeit und Lichtausnutzung auf. Nicht zuletzt skizziert er anhand eines Betriebes aus Großbritannien den ökonomischen Mehrnutzen von Agroforstsystemen gegenüber Monokulturen.

Christine Bajohr

Bereit sein für den nächsten Regen - Ökosystemprozesse verbessern durch ganzheitliches Management

Christine Bajohr bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann den KugelSüdhangHof im Oberallgäu. Der Standort ist extrem schwierig zu bewirtschaften, deshalb haben sich die beiden schon vor vielen Jahren auf den Weg gemacht, nach Alternativen zur traditionellen Grünlandbewirtschaftung zu suchen. In der Zwischenzeit ist Christine vom Savory Institut zertifiziert (Professional Educator) und hat die Consultant-Ausbildung bei Dr. E. Ingham begonnen. Sie hat zudem zusammen mit weiteren Milchviehbetrieben und Wissenschaftlern das KUHproKLIMA-Forschungsprojekt (EIP-Agri-Projekt, Laufzeit bis 3/2023) auf den Weg gebracht. Bei diesem Projekt sollen u. a. praktikable Lösungsansätze aufgezeigt werden, wie die Auswirkungen des Klimawandels auf Grünlandbetriebe abgemildert werden können und gleichzeitig ein aktiver Beitrag zur Klimaverbesserung geleistet werden kann.

Christine Bajohr gibt einen Überblick über den Holistic Management Ansatz von Allan Savory und wie sie diesen auf ihrem Hof im Allgäu anwendet. Dabei legt sie einen Schwerpunkt auf die Beschreibung der vier Schlüsselerkenntnisse, welchen jeden Landwirt bewusst sein sollten, wenn er die Landwirtschaft als das Management eines komplexen Systems anstrebt. Grundlegend dabei ist das Verständnis über die Funktion der vier Ökosystemprozessen: der Photosyntheseprozesse in der Graslandschaft, des Wasserkreislaufes, des Mineralstoffkreislaufes und der Dynamik von Lebewesen in der Landschaft. Sie erläutert, warum das richtige Timing bei der Beweidung wichtig ist, beschreibt den dahinterliegenden Planungsprozess und gibt Tipps für die eigene Umsetzung auf dem Hof.

Armin Meitzler

Mit Vielfalt zum Erfolg - auch bei Trockenstress!

Armin Meitzler bewirtschaftet mit seiner Familie einen 250ha großen Betrieb (incl 24ha Weinbau) in Rheinhessen, seit 2012 als Bioland. Ihre Stärke ist die vielfältige Fruchtfolge mit jährlich ca 18-20 Kulturen. Seit 2014 sind sie Leitbetrieb für Rheinland-Pfalz im ökologischen Landbau, und Demonstrationsbetrieb im Sojaanbau für Rheinland-Pfalz. 2016 lernten sie das System der regenerativen Landwirtschaft von Friedrich Wenz und Dietmar Nässer kennen. Seit dem arbeiten sie zusätzlich regenerativ und sind auch Seminarbetrieb für die Bodenkurse der Grüne Brücke. Seit 2017 Mitglied Bundesfachausschuss für Landwirtschaft im Biolandverband; Gründungsmitglieder der Stiftung »Lebensraum. Mensch. Boden. Wasser. Luft«. Gründung der Vermarktungsgenossenschaft Bio-Familie-Rheinhessen eG.

Armin Meitzler gibt einen guten Überblick über die vielfältigen Maßnahmen, welche er auf seinem Betrieb auf dem Weg zu einer regenerativen Landwirtschaft umsetzt. Die vielfältige Fruchtfolge bildet dabei ein wichtiges Element. Er beschreibt die verwendeten Zwischenfrüchte und geht dabei auf die jeweilige Funktion ein, welche die Zwischenfrüchte im Boden erfüllen. Dabei geht er nicht nach einem festgelegten Rotationsplan vor, sondern integriert Beobachtung und Analyse in den Fruchtfolgeplan. Weiterhin beschreibt er seine Erfahrungen mit dem Konzept der „grünen Brücke“ von Näser/Wenz und wie er einzelne Elemente davon (u.a. Fermente, Komposttee, Pflanzenkohle) auf seinem Betrieb anwendet. Er zeigt sehr anschaulich die Umsetzung und die Resultate dieser Maßnahmen auf seinem Betrieb.

Axel Don

Humusmanagment in der deutschen Landwirtschaft - Potentiale und Grenzen für den Klimaschutz

Axel Don hat Geoökologie mit Schwerpunkt Bodenkunde an der Universität Bayreuth und der Universität Limerick (Irland) studiert. Er hat am Max-Planck Institut für Biogeochemie zum Thema Kohlenstoffstoffspeicherung von Aufforstungen promoviert. Er ist stellvertretender Institutsleiter am Thünen Institut für Agrarklimaschutz und Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Braunschweig. Seit mehr als 15 Jahren forscht er, wie die Landnutzung Humusvorräte und Humusfunktionen in Böden beeinflusst.

Axel Don gibt zu Beginn einen Überblick über das Thema Humus (Vorräte, Verteilung) weltweit und in Deutschland. Er führt die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft als erste Bemessung der Humusvorräte in Deutschland ein und zeigt die Ergebnisse auf. Im weiteren Verlauf geht er auf die Frage nach einer Humussättigung von Böden ein und zeigt auf, dass Böden ein Gleichgewicht anstreben von Humusauf- und abbau. Er führt Beispiele/Praktiken an, welche das Potential haben, die Humusgehalte von Acker- und Weideland wieder in Balance zu bringen. Axel Don konstatiert, dass Humusaufbau viele Synergieeffekte mit sich bringen würde und eine rein klimaschutzrelevante Perspektive zu reduktionistisch sei.

Michael Weiß

Soziale Netzwerke auf dem Acker — wie Pflanzen kommunizieren

Michael Weiß hat sich an der Universität Tübingen in internationalen Kooperationen jahrelang intensiv mit Grundlagenforschung zur Evolution, Ökologie und Systematik der Pilze beschäftigt. Seit 2015 leitet er das Steinbeis-Innovationszentrum Organismische Mykologie und Mikrobiologie, in dem er daran arbeitet, Ergebnisse seiner Forschung in konkrete Anwendungen für einen nachhaltigen Pflanzenbau zu übersetzen. Er interessiert sich darüberhinaus sehr für die Themen Kompost und Pflanzenkohle. Ein aktuelles Projekt beschäftigt sich mit der Herstellung effektiver Trockendünger durch Fermentation von Lebensmittelresten mit Biomasse aus der Kulturlandschaft.

Michael Weiß führt – basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen - in die unterschiedlichen Ebenen der Kommunikation von Pflanzen ein. Er zeigt beeindruckende Forschungsergebnisse in den Ebenen der Optik, Haptik, Elektrik, Akustik und auf molekularer Ebene auf. Im Zweiten Teil des Webinars beschreibt er den Lebensraum der Rhizosphäre als Hot-Spot der Pflanzen-Boden-Kommunikation. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen beschreiben den „Rhizophage-Zyklus“ als symbiotischen Kreislauf von Wurzeln und Bakterien, indem beide Protagonisten voneinander profitieren. Im letzten Teil beschreibt er die verschiedenen Mykorrhiza-Typen und ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft.

Ulrich Hampl

Erfahrungen aus dem Bodenfruchtbarkeitsfonds. Was sagen und v.a. machen die Landwirte?

Ulrich Hampl ist Münchner Kindl und durch ein Landwirtschaftsstudium und Praxis zum absoluten Land-Ei geworden. Er hat 29 Jahre für die Stiftung Ökologie & Landbau in den Bereichen Beratung, Forschung, Erwachsenenbildung, Aufbau und Leitung des Seminarbauernhofs und Bauernhofkindergartens Gut Hohenberg, und als Bauernhofpädagoge gearbeitet. Jetzt ist er als Bauern- und Bodenbegleiter im Bodenfruchtbarkeitsfonds der Bio Stiftung Schweiz rund um den Bodensee tätig, als Demeter-Berater unterwegs und begeisterter Bienenhalter.

Zu Beginn stellt Ulrich Hampl die Arbeit des Bodenfruchtbarkeit-Fonds und speziell seine beratende Tätigkeit darin vor. Der Fonds bietet für Landwirte Freiraum zum Experimentieren durch fachliche Begleitung, Fortbildung, Vernetzung und finanzieller Unterstützung an. Er stellt die von den teilnehmenden Landwirten ausgewählten Maßnahmen zur Bodenentwicklung vor und beschreibt die Ergebnisse der ersten Projektlaufzeit. Im zweiten Teil beschreibt Ulrich Hampl ackerbauliche Grundlagen und Maßnahmen zur Bodenentwicklung und gibt einen Einblick in seine Jahrzehnte langen Erfahrungsschatz. Abschließend zeigt er einige Maschinen zur nichtwendenden Lockerung der Unterkrume und geht auf Erfahrungen ein.

Hans-Christoph Vahle

Die 10 Biotope für die lebendige Vielfalt der Kulturlandschaft

Hans-Christoph Vahle ist Pflanzensoziologe mit Schwerpunkt auf Kulturlandschafts-Vegetation. Er promovierte über „Grundlagen zum Schutz der Vegetation oligotropher Stillgewässer in Nordwestdeutschland“ und habilitierte mit der „Gestaltbiologie von Pflanzengesellschaften“. Er führte viele pflanzensoziologische Kartierungen in Niedersachsen durch und war später mit Biotopkartierungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen beschäftigt. 2009 gründete er die Akademie für angewandte Vegetationskunde, arbeitete 2013 – 2014 an einem deutschlandweiten Wiesenprojekt mit der Abschluss-Broschüre „Gesundende Landschaften durch artenreiche Mähwiesen“ und leitet seit 2015 einen dreijährigen Ausbildungsgang „Feldbotanik und Pflanzensoziologie“, der jedes Jahr neu startet.

Für Hans-Christoph Vahle ist die Grundlage einer gesunden und vielfältigen Landwirtschaft und Ernährung eine gesunde und vielfältige Pflanzenwelt. Hier spielen die Wildpflanzen in der Wirtschaftslandschaft eine zentrale Rolle. Er beschreibt, dass die traditionelle Landbewirtschaftung Mitte des 19. Jahrhunderts die Größte biologische Vielfalt aufwies und führt an, wie wir daraus lernen können. Im weiteren Verlauf des Webinars geht er sukzessive alle relevanten Biotope unserer Kulturlandschaft (u.a. Acker, Wiese, Weide, Wegrand, Mauer, Teich, Blänke) durch und führt an, was Landwirte tun können, um die Wildpflanzenvielfalt zu fördern.

Manuel Winter

Bodenaufbau mal anders! Mit Mob Grazing und Feldfutter

Manuel Winter hat Agrarwissenschaften mit Bachelor of Science an der BOKU Wien studiert, welches er mit einer Arbeit über Mob Grazing abschloss. Auch im weiterführenden Studium der Nutztierwissenschaften an der BOKU - hier wird die Abschlussarbeit ebenso über Mob Grazing gehen - lässt ihn das Thema nicht los, weshalb er auf mehreren Reisen verschiedenste Betriebe in Kanada, USA, Australien, Südamerika und anderen Ländern besuchte und teils dort mitgearbeitet hat. Hier hat er bemerkt, wie schnell Flächen durch falsche Beweidung degradieren können. Aber auch in Europa können wir durch besseres Management unsere Böden schonen, nachhaltiger wirtschaften und gleichzeitig mehr produzieren. Das im In- und Ausland erlangte Wissen vermittelt er mit seiner Initiative "Change Grazing".

Zu Beginn beschreibt Manuel Winter seine Erfahrungen auf Mob Grazing Betrieben in Südamerika und wie diese die Beweidung in die Ackerbewirtschaftung einbauen. Danach geht er detailliert auf die Ackerkulturen und Mischungen für ein gutes Mob Grazing in Europa ein. Dabei weist er auf viele praktische Untersuchungen im Rahmen seines Forschungsprojektes auf Betrieben in Österreich hin. Dieser Feldfutteranbau kann zu mehr Tiergesundheit, Bodenaufbau und bessere betriebswirtschaftliche Ergebnisse führen. Zentral ist dabei das Management der Tierherden. Im zweiten Teil beschreibt er die Wachstumskurven der Pflanzen und führt detailliert in das Mob Grazing System ein (Verbindung zum Holistic Management Ansatz, Koppeleinteilung, Paddockeinteilung, etc.) und zeigt die Besonderheiten dieses Ansatzes gegenüber anderen Weideansätzen auf.

Maya & Sebastian Heilmann

Etablierung eines Market Garden - Erfolge & Fehler

Durch eine längere Zeit in Indien und in der biologisch-dynamischen Bewegung dort, sowie dem Absolvieren der Freien Ausbildung im Norden, hat Sebastian in der Landwirtschaft die Inspiration gefunden, eine aufbauende Landwirtschaft mit zu entwickeln. Erfahrungen sammelte er bisher mit Mutterkühen, Legehennen, Milchziegen, kleingliedrigem Ackerbau, und immer stärker im Gemüsebau, mit Weiterbildungen zur Bodenmikrobiologie, Kompostieren, Komposttees und Mikroskopie. In der Gemeinschaft Schloss Tempelhof geht Sebastian seinem starken Anliegen nach, eine vielfältige und regenerative, kleinbäuerliche Landwirtschaft zu fördern und mit zu formen.

Maya & Sebastian Heilmann gehen in ihrer Präsentation detailliert auf ihre Erfolge und auf ihre Fehler beim Aufbau eines Market Garden Systems. Der Vortrag ist in drei Teile unterteilt. Zu Beginn gehen beide auf die Bedeutung einer guten persönlichen und betrieblichen Vision und einer guten Planung ein. Ein persönliches Leitbild schafft von Anfang an für Klarheit in der Ausrichtung. Dafür stellt Maya grundlegende Fragen vor, welche darin beantwortet werden sollten. Genauso schafft eine gute Beet- und Anbauplanung Klarheit für die Saison. Im Bereich der Umsetzung gehen beide auf ihre persönlichen Learnings ein. Dabei spielen Themen wie Anlegen von Beeten, Beetvorbereitung und Okulation eine Rolle. Im letzten Teil gehen die beiden auf wichtige Teamaspekte ein. Wie befähige und fördere ich meine Mitarbeiter? Wie baue ich ein Teamgefüge auf?

Nicolas Haack

Agroforstwirtschaft: Über Planung, Umsetzung, Pflege und Ernte

Nicolas Haack studiert ökologische Agrarwissenschaften an der Uni Kassel/Witzenhausen. Hier gründete er gemeinsam mit weiteren Studierenden vor 3 Jahren die Fachgruppe Regenerative Landwirtschaft. Daraus wurde der Uni-Kurs "Einführung in die Regenerative Landwirtschaft" entwickelt, welcher bereits zum 5. mal an der Universität stattfindet. Im Rahmen dieser Gruppe lernte er Christoph Meixner und Janos Wack kennen, mit ihnen gründete er vor etwa 1 Jahr TRIEBWERK. Zusammen setzen sie sich für die Verbreitung einer Regenerativ-Ökologischen Landwirtschaft durch die Etablierung von Agroforstsystemen ein. In der Agroforstwirtschaft und den vielfältigen Formen der Ausgestaltung dieser sehen sie einen Schlüssel zur zukunftsfähigen Landwirtschaft. Ihr Angebot umfasst die Vermittlung des Know-Hows zur Bewirtschaftung von Agroforstsystemen im Rahmen unterschiedlicher Bildungsveranstaltungen, die Planung von Agroforstsystemen, die Entwicklung nötiger Businesspläne sowie die Vermittlung einer Finanzierung der Agroforstsysteme.

Nicolas Haack führt grundlegend in die Thematik der Agroforstwirtschaft (AFS) ein. Was ist die Definition? Was sind die Vorteile von solchen Systemen? Wie wurden früher AFS genutzt? Im Hauptteil geht er auf die heutigen Nutzungsmöglichkeiten von modernen AFS ein. Im Fokus stehen die einzelnen Planungsschritte. Diese unterteilt er in Betriebsanalyse, Standortanalyse, allgemeine Aspekte und Aspekte der Bewirtschaftung. Diese geht er detailliert durch und beschreibt die Herausforderungen und Chancen in der Umsetzung von AFS für Landwirte. Diese Schritte skizziert er anschaulich an Praxisbeispielen. Zum Abschluss führt er einige aktuelle Agroforstprojekte in Deutschland auf.

Dieter Pansegrau

Das Wurzelhofsystem – Bodenpflege statt Pflanzendüngung im Gemüsebau

Dieter Pansegrau bewirtschaftet sei 1986 den Wurzelhof (Schinkeler Höfe). Erst während des Soziologiestudiums durch einen Selbstversorger Garten fand er zum Gemüsebau. Seit 1986 wird der Betrieb ökologisch bewirtschaftet und seitdem findet kein externer Einsatz von Stickstoffdüngungen statt. Daraus entwickelte er Praktiken, Techniken und Methoden um den Boden im Gemüsebau zu fördern und aufzubauen nach dem Grundsatz „Bodenpflege statt Pflanzendüngung“. Dies wird u.a. durch eine breite Fruchtfolge, Futterbau und Gründüngung, Untersaaten sowie spezielle Bodenbearbeitungsverfahren und Mulchsysteme umgesetzt.

Zu Beginn skizziert Dieter Pansegrau seine Grundwerte und warum er mit der Landwirtschaft angefangen hat. Darauf aufbauend beschreibt er seine grundlegenden „philosophischen“ Leitplanken einer ökologischen Landwirtschaft. Diese sind: Adaption natürlicher Prozesse, dauerhafte Durchwurzelung, dauerhafte Bodenbedeckung, keine Bodenbearbeitung, Bodenentwicklung durch Humusaufbau und Förderung der mikrobiellen Aktivität. Im Hauptteil stellt Dieter Pansegrau sein vierteiliges Wurzelhofsystem vor. Dieses besteht aus den Aspekten Fruchtfolge, Gründüngung, Mulch und minimalinvasiver Bodenbearbeitung. Im weiteren Verlauf geht er anhand von vielen Bildern auf die einzelnen Aspekte ein und beschreibt, wie er diese auf seinem Hof umsetzt und welche Erfolge er damit erzielt.

Christian Nettelnstroth

Auch die Gesundheit der Tiere im Stall beginnt im Boden

Christian Nettelnstroth ist staatlich geprüfter Landwirt. Er bewirtschaftet einen konventionellen Betrieb mit 93 ha Ackerbau, 360 Sauen und 1000 Mastplätzen. Seit ca. 2011 hat er sich auf den Weg gemacht wieder gesünderes Futter zu erzeugen um gesündere Tiere zu erhalten. Dabei musste er feststellen, dass die Gesundheit der Tiere (und auch von uns Menschen) im Boden beginnt. Um dies zu erreichen, wertet er z.B. seine Gülle auf, setzt gute und vielfältige Zwischenfrüchte (auch Sommerzwischenfrüchte) ein und experimentiert mit Untersaaten. Die Bodenbearbeitung geht in Richtung minimale Bodenbearbeitung, wozu er seit 2018 den Geohobel benutzt. Diese Veränderungen bewirkten, dass er mittlerweile nur noch 1/4 der Tierarztkosten und nur noch ca. 50 % der Kosten für Pflanzenschutz hat. Sein Ziel ist es, den Humusanteil möglichst schnell zu steigern um noch besser für Trockenperioden gerüstet zu sein.

Christian Nettelnstroth beschreibt seinen Weg zu mehr Tierwohl und einer besseren Boden- und Pflanzengesundheit anhand einiger Schlüsselaspekte seiner betriebswirtschaftlichen Planung, wie Tierarztkosten, Ausgaben für Pflanzenschutz und Dünger sowie im Verhältnis zur Futterverwertung seiner Tiere. Dieses Monitoring ermöglichte ihm, seinen Weg zu gehen und Ursache-Wirkungsketten nachvollziehen zu können. Durch die Förderung der Tiergesundheit und der Boden- und Pflanzengesundheit zeigt er, wie sukzessive die Ausgaben in Summe geringer wurden. Maßnahmen waren u.a. Güllebehandlung, Mykorrhiza, Blattspritzungen, Geohobel, Wasseraktivierung und weitere. Eindrücklich schildert er seinen Weg, wie er im Vertrauen das Richtige zu tun, vom Einzelkämpfer hin zum Vorbild für eine ganze Region wurde.

Georg Doppler

Resilienz durch Vielfalt - Entwicklungsgeschichte eines Hoforganismus

Georg Doppler bewirtschaftet seit 1995 gemeinsam mit seiner Frau Astrid das Mairgut in Parzham in Oberösterreich. Seit der Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise im Jahr 1998 wurde der Betrieb laufend weiterentwickelt zu einem vielfältigen „Gesamtsystem“. Die Weidehaltung von Rindern, Pferden, Schweinen und Geflügel auf Dauergrünland aber vor allem auch im Rahmen der Ackerfruchtfolge stehen dabei im Mittelpunkt. Am Acker wird möglichst durchgehende Bedeckung bei maximaler Diversität der Haupt- und Zwischenfrüchte jeweils in Gemengen angestrebt. Vielfältige Gehölzstreifen umrahmen und schützen die Felder. Die Bearbeitung der Flächen erfolgt seit nunmehr 20 Jahren ohne Pflug und bereits seit 15 Jahren kommen verschiedene Direktsaatverfahren auf bis zu einem Drittel der Fläche zum Einsatz.

Georg Doppler gibt zu Beginn einen Überblick über seinen Betrieb und die Ausgangssituation seit 1995. Für ihn spielt die Integration von Tieren in den Hoforganismus eine wichtige Rolle. Weiterhin bildet eine ökonomische Selbstständigkeit die notwendigen Freiheiten für Entwicklung. Hier skizziert er seine Form der Direktvermarktung auf dem Hof. Darauf aufbauend beschreibt er, wie die Umsetzung von regenerativen Maßnahmen auch zu einer besseren Wirtschaftlichkeit führen können. Im Hauptteil geht er auf seine Erkenntnisse zur Fruchtfolge und die Umsetzung der Direktsaat im Ökolandbau ein. Hier beschreibt er detailliert und eindrucksvoll seine Erfahrungen mit den diversen Maschinen und wie diese in der Praxis anzuwenden sind, damit eine Direktsaat im Ökolandbau gelingen kann.

Agathe & Karl Lingenhel

Vielfalt im Betrieb – Kreisläufe, Altes und Neues, Produktion und Vermarktung

Auf dem Betrieb von Agathe und Karl Lingenhel spielt die Kreislaufwirtschaft seit Jahrzehnten eine elementare Rolle. Sie führen ihren Hof seit 1995 gemeinsam und seit 1999 haben sie auf Bio umgestellt. Ihre Überzeugung ist, dass ein gesunder Boden die Grundvoraussetzung für das Wirtschaften im Kreislauf der Natur ist. Dafür fördern sie den Humusaufbau. Die Grundlage dazu liefert die Kompostierung des Festmistes der 24 Original Braunvieh Kühen plus Nachzucht. 30 Hektar Land, die Milchkühe, einige Streuobstbäume alter Sorten und mehrere Bienenkästen gehören zum durchdachten Kreislauf-Betrieb. Aus den Erzeugnissen stellt die Familie Spirituosen und Chutneys sowie Joghurt und verschiedene Käse her. Die Familie Lingenhel hat 2019 den CERES-Award als Biolandwirt des Jahres erhalten.

Karl und Agathe Lingenhel geben einen umfassenden Einblick in die Kreisläufe ihres Betriebes. Dabei vereinen sie ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in ein ganzheitliches Hofkonzept. Im Vortrag streifen sie die jeweiligen Felder, über die Strom- und Wärmeerzeugung, Kompostwirtschaft im Kreislaufprinzip, den Stallumbau zu einer artgerechteren Tierhaltung, hin zur Förderung der Biodiversität. Weitere Meilensteine in der Hofentwicklung sind der Aufbau einer Hoferlebnisküche, eines Seminarraumes, eines eigenen Biohofladens sowie der Durchführung bauernhofpädagogischer und –therapeutischer Angebote.

Gerhard Weißhäupl

„Immergrün“ und deren Flächenrotte

Gerhard Weißhäupl bewirtschaftet seit mehreren Generationen den Familien-Hof in Haibach ob der Donau in Oberösterreich, seit 2003 biologisch. Zum Betrieb gehören 35 Hektar Ackerland, 10 Hektar Grünland und 1.600 Legehennen. Gerhard Weißhäupl ist mit seinem Unternehmen VORTEX Energie GmbH einer der Pioniere der Regenerativen Landwirtschaft. Neben Komposttee-Maschinen, die er zusammen mit Ingrid Hörner entwickelt hat, baut er auch Ackerfräsen in Zusammenarbeit mit Dietmar Näser und Friedrich Wenz.

Zu Beginn gibt Gerhard Weißhäupl einen Einblick in die Entwicklungsschritte seines Betriebes. Hierbei zeigt er auf, dass das Thema der Flächenrotte einer von rund dreizehn ineinandergreifenden Maßnahmen einer aufbauenden Landwirtschaft auf seinem Betrieb darstellt. Im Hauptteil des Vortrages stellt er die Flächenrotte mit allen notwendigen Arbeitsschritten vor. Hier geht er auf die Rolle der Mikroorganismen, die Kompostteeherstellung, die Direktsaat, den Zwischenfruchtanbau, die Etablierung von Untersaaten und den Maschineneinsatz bei der Flächenrotte detailliert ein.

Ulrike von Aufschnaiter

Gesunde Nahrung: Menschliche Bedürfnisse vs. wirtschaftliche Interessen

Ulrike von Aufschnaiter ist Gründerin und Geschäftsführerin einer Unternehmensberatung und Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie (DGUHT). Sie arbeitet als Coach und Organisationsentwicklerin mit Personen im oberen Management von DAX- und FTSE-Konzernen zusammen. Darüber hinaus blickt sie auf eine 10-jährige Karriere im Investment Banking zurück. Ihr Wissen aus den Bereichen der Finanz- und Konzernwelt ermöglichten ihr eine differenzierte Ausarbeitung der Einflüsse genau dieser Akteure auf unsere globale Lebensmittelversorgung und Gesundheit. Ausschlaggebend für ihre Recherche zu ihrem Buch war die Erkrankung des eigenen Kindes an der Zahnschmelzstörung Kreidezähne (MIH). MIH ist eine von vielen gesundheitlichen Störungen, von denen inzwischen schon große Teile der Kinder in Deutschland, wie auch weltweit, betroffen sind.

Zu Beginn ihres Vortrages geht Ulrike von Aufschnaiter auf die Krankheitsbilder der in Deutschland lebenden Kinder ein. Sie zeigt dabei auf, dass viele dieser mit der Ernährung zu tun haben. Dann beschreibt sie die grundlegenden Bedürfnisse eines Menschen zur Gesunderhaltung und geht hier detailliert auf den Bereich der Ernährung ein. Hier dekliniert sie die offiziellen Empfehlungen am Bedarf eines Menschen an Makro-, Mikronährstoffen, Vitamine, etc. und stellt diese dem Gehalt bestimmter Lebensmittel gegenüber. Im Zweiten Teil des Vortrages beschreibt sie ihre Recherche bei Behörden, Ministerien und Unternehmen und zeigt auf, warum offizielle Ernährungsempfehlungen nicht zu einer Gesunderhaltung beitragen und wer davon profitiert.

Phillip Krainbring

Offenheit als System: durch das Verständnis der Natur und über innovative Methoden zu reduziertem Einsatz chemischen Pflanzenschutz

Phillip Krainbring hat eine landwirtschaftliche Ausbildung und Studium mit Masterabschluss in Kiel. Seit 2016 managt er rund 440 ha Marktfrüchte-Betrieb in Sachsen-Anhalt. Als Verwalter lockert er die Fruchtfolge auf, sorgt für optimale Sortenwahl, wählt die richtigen Aufwandmengen und nutzt moderne Biologicals. Der 33-Jährige verwendet das Beste aus konventionell und bio. Bei Getreide und Mais setzt er auf elektronenbehandeltes Saatgut und Präparate mit Mikroorganismen. So verzichtet er immer öfters auf chemische Mittel und mineralische Dünger. Sein Ziel: 30 bis 50 Prozent weniger Stickstoff, nur noch die Hälfte an Fungiziden und Insektiziden sowie null Wachstumsregler. Außerdem ist der Junglandwirt als Blogger auf Instagram, Facebook und von seiner Seite erklaerbauer.de sehr weit bekannt. Phillip Krainbring hat 2019 den CERES-Award als Ackerbauer des Jahres erhalten.

Zu Beginn beschreibt Phillip Krainbring seinen Werdegang als Landwirt und was ihn dazu inspirierte „sich zu öffnen“. Er beschreibt die Wirkung von Mikroorganismen für eine bessere Boden- und Pflanzengesundheit und verweist auf selbstangelegte Versuche. Im zweiten Teil seines Vortrages geht er auf das Thema Saatgutbehandlung ein. Er skizziert dabei eigene versuche mit Saatgut, welches mit Mikroorganismen gebeizt wurde und mit Elektronen behandelt wurde. Gegen Ende des Vortrages zeigt er noch weitere Felder auf, bei denen er offen experimentiert, wie zum Beispiel Zwischenfrüchte oder angepasste Spritztechnik.

Christian Hiß

Landwirtschaft richtig rechnen. Die Regionalwert-Leistungsrechnung die Neu-Bewertung der Arbeit in der Landwirtschaft – Methode, Instrument und Anwendung

Christian Hiß ist aufgewachsen auf einem der ersten Biohöfe Deutschlands in Eichstetten am Kaiserstuhl. Als gelernter Gärtnermeister gründete er 1981 eine Gemüsegärtnerei, später kam ein Milchbetrieb mit einer Käserei hinzu. Mittlerweile hat er seine Betriebe in die von ihm gegründete Regionalwert AG überführt. Auf der Grundstruktur einer Bürger-Aktiengesellschaft baut er mit Kollegen ein bürgerfinanziertes Wertschöpfungsnetzwerk von Unternehmen der regionalen Biobranche auf. Er ist Ashoka-Fellow und wurde mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung als „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2009“ ausgezeichnet. 2020 erhielt er den ZEIT Wissenspreis Mut zur Nachhaltigkeit.

In seinem Vortrag beschreibt Christian Hiß zu Beginn die Funktionsweise der Regionalwert AG. Hier können Bürgerinnen und Bürger durch das investieren mit Eigenkapital Verantwortung für eine regionale und ökologische Ernährungswirtschaft übernehmen und Betriebe unterstützen. Im zweiten Teil skizziert er eine neue Methode der betriebswirtschaftlichen Betrachtung von landwirtschaftlichen Betrieben, wie Leistungen zur nachhaltigen Betriebsführung bilanziert und vergütet werden können.

Alfred Grand

Was wir sonst noch über Regenwürmer wissen sollten!

Alfred Grand ist Biobauer und Unternehmer. Der mit den Regenwürmern ;-)! Die VERMIGRAND Naturprodukte GmbH produziert Regenwurmhumus und torffreie Bioerden. Die GRAND FARM ist Österreichs erster Forschungs- und Demonstrationsbauernhof. Auf 90 Hektar Fläche wird auf dem seit 2006 biologisch produzierendem Betrieb Forschung zu den Schwerpunkten Bodengesundheit, Agroforst und Market Gardening betrieben. Alfred Grand widmet seine Zeit seit über 20 Jahren den Regenwürmern. Die GRAND FARM ist Teil des Global Lighthouse Farming Networks der Universität Wageningen (NL). Als Mitglied des Mission Board für Bodengesundheit und Nahrungsmittel berät er die EU-Kommission, er ist im Vorstand der Regenerative Organic Alliance und Konsortiumsmitglied des EU-Horizon2020 Projekts Best4Soil sowie des Erasmus+ Projekts trAEce. Für die European Innovation Partnership for Agriculture (EIP-Agri) ist Alfred Grand in drei Fokusgruppen, sowie in drei operationellen Gruppen aktiv.

Sehr lebendig beschreibt Alfred Grand seine Begeisterung am Regenwurm und seinen Leistungen. Zu Beginn geht er auf die Verbreitung, Vielfalt und die Anatomie ein. Im Anschluss beschreibt er den Lebensraum der Regenwürmer im Boden. Hier zeigt er auf, wie die Regenwürmer in wie vielen Bereichen die Regenwürmer durch ihre Tätigkeit des Grabens, Düngens und Belebens förderlich für eine gesunde Boden/Pflanze-Sphäre sind. Auch führt er aktuelle wissenschaftliche Forschungen an. Gegen Ende gibt es praktische Tipps, wie Landwirte ihre Regenwürmer fördern können.

Hans Unterfrauner

Den Boden verstehen lernen - Unterfrauner & Kinsey-Untersuchung

Hans Unterfrauner Studium der Landschaftsökologie an der Universität für Bodenkultur in Wien. Während des Studiums angestellt am Institut für Bodenforschung. Hier für die Planung, Anlage und Betreuung von Versuchen, für Probenahme, Probenaufbereitung, Laboranalysen und Auswertungen zuständig. Feldbodenkundliche Erfahrung als Mitglied des Erhebungsteams zur Kärntner Bodenzustandsinventur. Nach Studienabschluss Erlernen des Verfahrens der „Fraktionierten Analyse“ bei Prof. Husz. Zweijährige Projektleitung in Venezuela (biologische Dekontamination von kontaminierten Bohrschlämmen). Aufbau eines Qualitätssicherungssystems im bodenkundlichen Labor „ÖKO-Datenservice GmbH“ in Österreich. Entwicklung und Aufbau von BoWaSan (Forschungsabteilung der Firma Bodenkalk e.Gen.). 2007 Gründung eines Technischen Büros, 2015 Gründung der „TB Unterfrauner GmbH“.

Hans Unterfrauner stellt zu Beginn seines Vortrages das Beziehungsgeflecht der Landwirtschaft mit den weiteren gesellschaftlichen Akteuren dar und plädiert für einen gemeinsamen Dialog. Eindrücklich schildert er das Ausmaß an Bodenerosion in Deutschland und der EU und plädiert für ein Umdenken und Umhandeln. Im Anschluss führt er grundlegend in das Thema Bodenfruchtbarkeit ein und stellt die Bedeutung der Nährstoffgleichgewichte dar. Als ein zentraler Aspekt seines Vortrages skizziert er die verschiedenen Bodenuntersuchungsmethoden und zeigt auf welche Aussagekraft diese zum Thema Bodenqualität und Nährstoffverfügbarkeit haben. Gegen Ende stellt er die „Unterfrauner-Methode“ vor und zeigt Parallelen und Unterscheide zur Albrecht/Kinsey-Methode auf.

Monika Sobotik

Wert der Wurzeln für die Humusanreicherung

Monika Sobotik ist gelernte Gärtnerin und Botanikerin. Gärtnerische Erfahrungen sammelte sie im Zierpflanzenbau in der Stadtgärtnerei Linz, im Gemüsebau in einem biologisch-dynamischen Betrieb auf der Schwäbischen Alb und auf der Threefold Farm in Spring Valley, USA. Seit 1967 hatte sie die Möglichkeit bei Frau Prof. Dr. Lore Kutschera und Prof. Dr. Erwin Lichtenegger an mehreren Wurzelatlas-Bänden mitzuarbeiten. Seit 2009 führte sie das Pflanzensoziologische Institut in Klagenfurt weiter.

Am Anfang ihres Vortrages geht Monika Sobotik auf den Einfluss der Standortbedingungen auf das Wurzelwachstum von Pflanzen ein. Übersichtlich stellt sie im Anschluss den Beitrag von lebenden und toten Wurzeln zur Humusanreicherung dar. Dabei schildert sie sehr detailliert den grundlegenden Aufbau, Typunterteilung und Wachstumsprozess von Wurzeln. Sie zeigt dabei, wie die gleiche Pflanze je nach Bodentyp und –zustand ein signifikant verändertes Wurzelwachstum aufweisen kann. Gegen Ende ihres Vortrages zeigt sie die Auswirkungen von schlechten Bodenverhältnissen - anhand von Schadbildern - auf die Pflanzenwurzeln.

Birgit Wilhelm

Lebendiger Boden: gemeinsame Basis von Landwirtschaft und Naturschutz

Birgit Wilhelm hat nach dem Abschluss des Landwirtschaftsstudiums an der Fachhochschule in Weihenstephan zwei Jahre in Westafrika gearbeitet. Zurück in Deutschland war sie fast sieben Jahre Referentin in der internationalen Abteilung von Naturland e.V. (für Mitglieder in Afrika, Asien und Südeuropa). Danach promovierte sie im Fachgebiet der Agrartechnik an der Universität Kassel (Witzenhausen) zur reduzierten Bodenbearbeitung im Ökolandbau. In ihrer anschließenden Zeit als Referentin für nachhaltige Landwirtschaft und Ressourcenschutz beim WWF in Berlin startete sie einen Bodendialog zwischen Naturschutz und Landwirtschaft, mit dem Titel »Der lebendige Boden – gemeinsame Basis von Landwirtschaft und Naturschutz«. Seit zwei Jahren ist sie Professorin für ökologischen Pflanzenbau an der Fachhochschule Erfurt im Fachbereich Gartenbau.

In diesem Webinar stellt Birgit Wilhelm den Bodendialogprozess vor. Ausgehend von ihrer Tätigkeit beim WWF initiierte und begleitete sie diesen gemeinsam mit Nikola Patzel. Sie schildert von den Anfängen und den bestehenden Gräben zwischen den verschiedenen Sichtweisen von Landwirten und Naturschützern auf das Thema Boden. Weiterhin stellt sie die Thesen des gemeinsam formulierten Thesenpapiers vor. Im Rahmen des Webinarformates werden dabei zu allen Thesen ein Meinungsbild von den Teilnehmenden eingeholt. Gegen Ende ihres Vortrages verweist sie auf die Bedeutung von Weltbildern auf jeweiligen Ansichten von Menschen am Beispiel des Themas „Die Beziehung des Menschen zur Natur“ und gibt einen Ausblick in die Weiterführung des Bodendialogprozesses.

Jean-Marc Parries

Wie gründe ich einen profitablen No-Dig Marktgarten?

Ohne Infrastruktur, landwirtschaftliche Fläche und bedeutende praktische Vorkenntnisse, gründeten Jean-Marc Parries, Max Epstein und Claude Petit kurz nach bzw. noch während ihres Studium den Gemüsebaubetrieb Krautgaart. Dies mit der Überzeugung, dass Gemüseanbau im Einklang mit den Naturkreisläufen stattfinden kann und Anbaueffizienz im Bodenaufbau gründet. Inspiriert von erprobten Methoden von verschiedenen Marktgärtnern aus der ganzen Welt, entwickeln sie ihre Anbaumethoden seitdem weiter. Zusammen mit einer effizienten Direktvermarktung nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft und den Rückhalt ihrer Mitgliedschaft steht Krautgaart auf standfesten Beinen und schaut verheissungsvoll in die Zukunft. Jean-Marc Parries (32 J., MSc Environmental Sciences) ist zuständig für die Betriebsführung und -entwicklung im Krautgaart.

Zu Beginn gibt Jean-Marc einen Überblick über den Betrieb und wie sie sich in den letzten Jahren dahin entwickelt haben. Hier gibt er wertvolle Tipps, wie Interessierte ihren Betrieb sukzessive aufbauen können und sich in Testjahren bereits einen eigenen Markt aufbauen können. Im Anschluss stellt er den Ansatz des „No-Dig“ (keine Bodenbearbeitung, hohe Kompostgaben) als gute Einstiegsmethode im Aufbau des Betriebes dar. Er erweitert das Bild von grundlegenden landwirtschaftlichen Fähigkeiten zur erfolgreichen Gestaltung eines Betriebes um weitere betriebswirtschaftliche, planerische, soziale und persönliche Fähigkeiten. Gegen Ende seines Vortrages gibt er den Teilnehmenden noch einen Überblick über ihre wichtigsten Learning aus der Anfangszeit mit auf den Weg.