Allgemein

Webinar25: Philipp Gerhardt

Philipp Gerhardt

Keyline Design - wie das Wasser in der Land(wirt)schaft bleibt

Philipp Gerhardt ist Dipl.-Forstwirt, freier Berater und Planer für regenerative Landnutzung. Er hat an der Forstakademie in Tharandt (TU Dresden) studiert, in verschiedenen Forstbetrieben und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien gearbeitet. Inspiriert ist er von den forstlichen Visionären Heinrich Cotta und Wilhelm Pfeil, deren Idee der ‚Baumfeldwirtschaft‘ früher als auch heute ein vielversprechendes Werkzeug zur Klimaanpassung landwirtschaftlicher Felder darstellt. In der Umsetzung nutzt er moderne Techniken ebenso wie altes Wissen. Mittlerweile hat er zahlreiche Betriebe beraten, die nun u.a. mit Baumpflanzungen und Schlüssellinienbearbeitung (Keyine Design) die Landschaft nachhaltig verändern und ihren Erfolg auf neue Wirtschaftsweisen aufbauen.

Zu Beginn seines Webinars beschreibt Philipp Gerhardt den bereits gravierenden Zustand des deutschen Waldes aufgrund des vergangenen Hitzesommern und zeigt dabei auf, wie Ursachen und Folgen der Umweltprobleme miteinander zusammenhängen. Er erläutert, welche Probleme unsere ausgeräumten Kulturlandschaften mit sich bringen. Detailliert beschreibt er daraufhin, wie eine Kulturlandschaft wieder „funktionsfähig“ umgestaltet werden kann, um die Wasserspeicherfähigkeit in der Landschaft, eine erhöhte Kühlfunktion und eine klimaplastische Ausrichtung erreichen zu können. Dabei geht er speziell auf das Keyline-Design als Gestaltungskonzept zur besseren Steuerung von Wasserflüssen in der Landschaft ein.

Das Webinar kostet 9,90 Euro.

Während des Verkaufsprozesses besteht die Möglichkeit weitere Webinare zum reduzierten Preis hinzu zu erwerben.

Du erhältst den Zugang zum Webinar für 1 Jahr.

Patrick Worms

Agroforstwirtschaft - Mehr Wasser & mehr Leben im System für eine erhöhte Resilienz

Patrick Worms ist u.a. Präsident von EURAF, dem Europäischen Verband der Agroforstwirtschaft; Treuhänder und Schatzmeister der International Union of Agroforestry; Mitglied des Lenkungsausschusses von International Land Lives Peace, der an der Schnittstelle zwischen Landdegradierung und Konflikten arbeitet und Mitglied mehrerer Beratungsgremien. Patrick ist seit den späten 1980er Jahren an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik aktiv. Als junger europäischer Beamter leistete er Pionierarbeit für eine neue Art der Kommunikation, um mit dem ökologischen Erbe des Kommunismus in der ehemaligen Sowjetunion umzugehen, bevor er in die Privatwirtschaft wechselte und sich mit dem katastrophalen ökologischen Erbe des Großen Sprungs Chinas beschäftigte, eine Bemühung, die zur ersten groß angelegten Investition des Privatsektors in Baumpflanzungen zur Sanierung von Wassereinzugsgebieten in diesem Land wurde.

Patrick Worms führt in das Webinar mit der Bezeichnung einer systembewussten Landwirtschaft ein. Denn nur, das Verständnis der verschiedenen Systemprozesse in der Natur, wie diese zusammenhängen und wie diese vom Menschen gemanaged werden können machen den Unterschied zwischen einer Landdegradation und einer Landregeneration aus. Zu Beginn geht er auf das ganzheitliche Weidemanagement ein und zeigt, welches Potential eine bewusst geplante, rotierende Beweidung haben kann. Diese kann auch in einem Agroforstsystem umgesetzt werden. Im Hauptteil zeigt Patrick Worms eine Vielzahl von Agroforstsystemen weltweit und zeigt die positiven Auswirkungen in Bezug auf Klimawandel, Wasserspeicherfähigkeit, Nährstoffverfügbarkeit und Lichtausnutzung auf. Nicht zuletzt skizziert er anhand eines Betriebes aus Großbritannien den ökonomischen Mehrnutzen von Agroforstsystemen gegenüber Monokulturen.

Christine Bajohr

Bereit sein für den nächsten Regen - Ökosystemprozesse verbessern durch ganzheitliches Management

Christine Bajohr bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann den KugelSüdhangHof im Oberallgäu. Der Standort ist extrem schwierig zu bewirtschaften, deshalb haben sich die beiden schon vor vielen Jahren auf den Weg gemacht, nach Alternativen zur traditionellen Grünlandbewirtschaftung zu suchen. In der Zwischenzeit ist Christine vom Savory Institut zertifiziert (Professional Educator) und hat die Consultant-Ausbildung bei Dr. E. Ingham begonnen. Sie hat zudem zusammen mit weiteren Milchviehbetrieben und Wissenschaftlern das KUHproKLIMA-Forschungsprojekt (EIP-Agri-Projekt, Laufzeit bis 3/2023) auf den Weg gebracht. Bei diesem Projekt sollen u. a. praktikable Lösungsansätze aufgezeigt werden, wie die Auswirkungen des Klimawandels auf Grünlandbetriebe abgemildert werden können und gleichzeitig ein aktiver Beitrag zur Klimaverbesserung geleistet werden kann.

Christine Bajohr gibt einen Überblick über den Holistic Management Ansatz von Allan Savory und wie sie diesen auf ihrem Hof im Allgäu anwendet. Dabei legt sie einen Schwerpunkt auf die Beschreibung der vier Schlüsselerkenntnisse, welchen jeden Landwirt bewusst sein sollten, wenn er die Landwirtschaft als das Management eines komplexen Systems anstrebt. Grundlegend dabei ist das Verständnis über die Funktion der vier Ökosystemprozessen: der Photosyntheseprozesse in der Graslandschaft, des Wasserkreislaufes, des Mineralstoffkreislaufes und der Dynamik von Lebewesen in der Landschaft. Sie erläutert, warum das richtige Timing bei der Beweidung wichtig ist, beschreibt den dahinterliegenden Planungsprozess und gibt Tipps für die eigene Umsetzung auf dem Hof.

Armin Meitzler

Mit Vielfalt zum Erfolg - auch bei Trockenstress!

Armin Meitzler bewirtschaftet mit seiner Familie einen 250ha großen Betrieb (incl 24ha Weinbau) in Rheinhessen, seit 2012 als Bioland. Ihre Stärke ist die vielfältige Fruchtfolge mit jährlich ca 18-20 Kulturen. Seit 2014 sind sie Leitbetrieb für Rheinland-Pfalz im ökologischen Landbau, und Demonstrationsbetrieb im Sojaanbau für Rheinland-Pfalz. 2016 lernten sie das System der regenerativen Landwirtschaft von Friedrich Wenz und Dietmar Nässer kennen. Seit dem arbeiten sie zusätzlich regenerativ und sind auch Seminarbetrieb für die Bodenkurse der Grüne Brücke. Seit 2017 Mitglied Bundesfachausschuss für Landwirtschaft im Biolandverband; Gründungsmitglieder der Stiftung »Lebensraum. Mensch. Boden. Wasser. Luft«. Gründung der Vermarktungsgenossenschaft Bio-Familie-Rheinhessen eG.

Armin Meitzler gibt einen guten Überblick über die vielfältigen Maßnahmen, welche er auf seinem Betrieb auf dem Weg zu einer regenerativen Landwirtschaft umsetzt. Die vielfältige Fruchtfolge bildet dabei ein wichtiges Element. Er beschreibt die verwendeten Zwischenfrüchte und geht dabei auf die jeweilige Funktion ein, welche die Zwischenfrüchte im Boden erfüllen. Dabei geht er nicht nach einem festgelegten Rotationsplan vor, sondern integriert Beobachtung und Analyse in den Fruchtfolgeplan. Weiterhin beschreibt er seine Erfahrungen mit dem Konzept der „grünen Brücke“ von Näser/Wenz und wie er einzelne Elemente davon (u.a. Fermente, Komposttee, Pflanzenkohle) auf seinem Betrieb anwendet. Er zeigt sehr anschaulich die Umsetzung und die Resultate dieser Maßnahmen auf seinem Betrieb.

Axel Don

Humusmanagment in der deutschen Landwirtschaft - Potentiale und Grenzen für den Klimaschutz

Axel Don hat Geoökologie mit Schwerpunkt Bodenkunde an der Universität Bayreuth und der Universität Limerick (Irland) studiert. Er hat am Max-Planck Institut für Biogeochemie zum Thema Kohlenstoffstoffspeicherung von Aufforstungen promoviert. Er ist stellvertretender Institutsleiter am Thünen Institut für Agrarklimaschutz und Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Braunschweig. Seit mehr als 15 Jahren forscht er, wie die Landnutzung Humusvorräte und Humusfunktionen in Böden beeinflusst.

Axel Don gibt zu Beginn einen Überblick über das Thema Humus (Vorräte, Verteilung) weltweit und in Deutschland. Er führt die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft als erste Bemessung der Humusvorräte in Deutschland ein und zeigt die Ergebnisse auf. Im weiteren Verlauf geht er auf die Frage nach einer Humussättigung von Böden ein und zeigt auf, dass Böden ein Gleichgewicht anstreben von Humusauf- und abbau. Er führt Beispiele/Praktiken an, welche das Potential haben, die Humusgehalte von Acker- und Weideland wieder in Balance zu bringen. Axel Don konstatiert, dass Humusaufbau viele Synergieeffekte mit sich bringen würde und eine rein klimaschutzrelevante Perspektive zu reduktionistisch sei.

Michael Weiß

Soziale Netzwerke auf dem Acker — wie Pflanzen kommunizieren

Michael Weiß hat sich an der Universität Tübingen in internationalen Kooperationen jahrelang intensiv mit Grundlagenforschung zur Evolution, Ökologie und Systematik der Pilze beschäftigt. Seit 2015 leitet er das Steinbeis-Innovationszentrum Organismische Mykologie und Mikrobiologie, in dem er daran arbeitet, Ergebnisse seiner Forschung in konkrete Anwendungen für einen nachhaltigen Pflanzenbau zu übersetzen. Er interessiert sich darüberhinaus sehr für die Themen Kompost und Pflanzenkohle. Ein aktuelles Projekt beschäftigt sich mit der Herstellung effektiver Trockendünger durch Fermentation von Lebensmittelresten mit Biomasse aus der Kulturlandschaft.

Michael Weiß führt – basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen - in die unterschiedlichen Ebenen der Kommunikation von Pflanzen ein. Er zeigt beeindruckende Forschungsergebnisse in den Ebenen der Optik, Haptik, Elektrik, Akustik und auf molekularer Ebene auf. Im Zweiten Teil des Webinars beschreibt er den Lebensraum der Rhizosphäre als Hot-Spot der Pflanzen-Boden-Kommunikation. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen beschreiben den „Rhizophage-Zyklus“ als symbiotischen Kreislauf von Wurzeln und Bakterien, indem beide Protagonisten voneinander profitieren. Im letzten Teil beschreibt er die verschiedenen Mykorrhiza-Typen und ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft.

Ulrich Hampl

Erfahrungen aus dem Bodenfruchtbarkeitsfonds. Was sagen und v.a. machen die Landwirte?

Ulrich Hampl ist Münchner Kindl und durch ein Landwirtschaftsstudium und Praxis zum absoluten Land-Ei geworden. Er hat 29 Jahre für die Stiftung Ökologie & Landbau in den Bereichen Beratung, Forschung, Erwachsenenbildung, Aufbau und Leitung des Seminarbauernhofs und Bauernhofkindergartens Gut Hohenberg, und als Bauernhofpädagoge gearbeitet. Jetzt ist er als Bauern- und Bodenbegleiter im Bodenfruchtbarkeitsfonds der Bio Stiftung Schweiz rund um den Bodensee tätig, als Demeter-Berater unterwegs und begeisterter Bienenhalter.

Zu Beginn stellt Ulrich Hampl die Arbeit des Bodenfruchtbarkeit-Fonds und speziell seine beratende Tätigkeit darin vor. Der Fonds bietet für Landwirte Freiraum zum Experimentieren durch fachliche Begleitung, Fortbildung, Vernetzung und finanzieller Unterstützung an. Er stellt die von den teilnehmenden Landwirten ausgewählten Maßnahmen zur Bodenentwicklung vor und beschreibt die Ergebnisse der ersten Projektlaufzeit. Im zweiten Teil beschreibt Ulrich Hampl ackerbauliche Grundlagen und Maßnahmen zur Bodenentwicklung und gibt einen Einblick in seine Jahrzehnte langen Erfahrungsschatz. Abschließend zeigt er einige Maschinen zur nichtwendenden Lockerung der Unterkrume und geht auf Erfahrungen ein.

Hans-Christoph Vahle

Die 10 Biotope für die lebendige Vielfalt der Kulturlandschaft

Hans-Christoph Vahle ist Pflanzensoziologe mit Schwerpunkt auf Kulturlandschafts-Vegetation. Er promovierte über „Grundlagen zum Schutz der Vegetation oligotropher Stillgewässer in Nordwestdeutschland“ und habilitierte mit der „Gestaltbiologie von Pflanzengesellschaften“. Er führte viele pflanzensoziologische Kartierungen in Niedersachsen durch und war später mit Biotopkartierungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen beschäftigt. 2009 gründete er die Akademie für angewandte Vegetationskunde, arbeitete 2013 – 2014 an einem deutschlandweiten Wiesenprojekt mit der Abschluss-Broschüre „Gesundende Landschaften durch artenreiche Mähwiesen“ und leitet seit 2015 einen dreijährigen Ausbildungsgang „Feldbotanik und Pflanzensoziologie“, der jedes Jahr neu startet.

Für Hans-Christoph Vahle ist die Grundlage einer gesunden und vielfältigen Landwirtschaft und Ernährung eine gesunde und vielfältige Pflanzenwelt. Hier spielen die Wildpflanzen in der Wirtschaftslandschaft eine zentrale Rolle. Er beschreibt, dass die traditionelle Landbewirtschaftung Mitte des 19. Jahrhunderts die Größte biologische Vielfalt aufwies und führt an, wie wir daraus lernen können. Im weiteren Verlauf des Webinars geht er sukzessive alle relevanten Biotope unserer Kulturlandschaft (u.a. Acker, Wiese, Weide, Wegrand, Mauer, Teich, Blänke) durch und führt an, was Landwirte tun können, um die Wildpflanzenvielfalt zu fördern.

Manuel Winter

Bodenaufbau mal anders! Mit Mob Grazing und Feldfutter

Manuel Winter hat Agrarwissenschaften mit Bachelor of Science an der BOKU Wien studiert, welches er mit einer Arbeit über Mob Grazing abschloss. Auch im weiterführenden Studium der Nutztierwissenschaften an der BOKU - hier wird die Abschlussarbeit ebenso über Mob Grazing gehen - lässt ihn das Thema nicht los, weshalb er auf mehreren Reisen verschiedenste Betriebe in Kanada, USA, Australien, Südamerika und anderen Ländern besuchte und teils dort mitgearbeitet hat. Hier hat er bemerkt, wie schnell Flächen durch falsche Beweidung degradieren können. Aber auch in Europa können wir durch besseres Management unsere Böden schonen, nachhaltiger wirtschaften und gleichzeitig mehr produzieren. Das im In- und Ausland erlangte Wissen vermittelt er mit seiner Initiative "Change Grazing".

Zu Beginn beschreibt Manuel Winter seine Erfahrungen auf Mob Grazing Betrieben in Südamerika und wie diese die Beweidung in die Ackerbewirtschaftung einbauen. Danach geht er detailliert auf die Ackerkulturen und Mischungen für ein gutes Mob Grazing in Europa ein. Dabei weist er auf viele praktische Untersuchungen im Rahmen seines Forschungsprojektes auf Betrieben in Österreich hin. Dieser Feldfutteranbau kann zu mehr Tiergesundheit, Bodenaufbau und bessere betriebswirtschaftliche Ergebnisse führen. Zentral ist dabei das Management der Tierherden. Im zweiten Teil beschreibt er die Wachstumskurven der Pflanzen und führt detailliert in das Mob Grazing System ein (Verbindung zum Holistic Management Ansatz, Koppeleinteilung, Paddockeinteilung, etc.) und zeigt die Besonderheiten dieses Ansatzes gegenüber anderen Weideansätzen auf.

Maya & Sebastian Heilmann

Etablierung eines Market Garden - Erfolge & Fehler

Durch eine längere Zeit in Indien und in der biologisch-dynamischen Bewegung dort, sowie dem Absolvieren der Freien Ausbildung im Norden, hat Sebastian in der Landwirtschaft die Inspiration gefunden, eine aufbauende Landwirtschaft mit zu entwickeln. Erfahrungen sammelte er bisher mit Mutterkühen, Legehennen, Milchziegen, kleingliedrigem Ackerbau, und immer stärker im Gemüsebau, mit Weiterbildungen zur Bodenmikrobiologie, Kompostieren, Komposttees und Mikroskopie. In der Gemeinschaft Schloss Tempelhof geht Sebastian seinem starken Anliegen nach, eine vielfältige und regenerative, kleinbäuerliche Landwirtschaft zu fördern und mit zu formen.

Maya & Sebastian Heilmann gehen in ihrer Präsentation detailliert auf ihre Erfolge und auf ihre Fehler beim Aufbau eines Market Garden Systems. Der Vortrag ist in drei Teile unterteilt. Zu Beginn gehen beide auf die Bedeutung einer guten persönlichen und betrieblichen Vision und einer guten Planung ein. Ein persönliches Leitbild schafft von Anfang an für Klarheit in der Ausrichtung. Dafür stellt Maya grundlegende Fragen vor, welche darin beantwortet werden sollten. Genauso schafft eine gute Beet- und Anbauplanung Klarheit für die Saison. Im Bereich der Umsetzung gehen beide auf ihre persönlichen Learnings ein. Dabei spielen Themen wie Anlegen von Beeten, Beetvorbereitung und Okulation eine Rolle. Im letzten Teil gehen die beiden auf wichtige Teamaspekte ein. Wie befähige und fördere ich meine Mitarbeiter? Wie baue ich ein Teamgefüge auf?

Nicolas Haack

Agroforstwirtschaft: Über Planung, Umsetzung, Pflege und Ernte

Nicolas Haack studiert ökologische Agrarwissenschaften an der Uni Kassel/Witzenhausen. Hier gründete er gemeinsam mit weiteren Studierenden vor 3 Jahren die Fachgruppe Regenerative Landwirtschaft. Daraus wurde der Uni-Kurs "Einführung in die Regenerative Landwirtschaft" entwickelt, welcher bereits zum 5. mal an der Universität stattfindet. Im Rahmen dieser Gruppe lernte er Christoph Meixner und Janos Wack kennen, mit ihnen gründete er vor etwa 1 Jahr TRIEBWERK. Zusammen setzen sie sich für die Verbreitung einer Regenerativ-Ökologischen Landwirtschaft durch die Etablierung von Agroforstsystemen ein. In der Agroforstwirtschaft und den vielfältigen Formen der Ausgestaltung dieser sehen sie einen Schlüssel zur zukunftsfähigen Landwirtschaft. Ihr Angebot umfasst die Vermittlung des Know-Hows zur Bewirtschaftung von Agroforstsystemen im Rahmen unterschiedlicher Bildungsveranstaltungen, die Planung von Agroforstsystemen, die Entwicklung nötiger Businesspläne sowie die Vermittlung einer Finanzierung der Agroforstsysteme.

Nicolas Haack führt grundlegend in die Thematik der Agroforstwirtschaft (AFS) ein. Was ist die Definition? Was sind die Vorteile von solchen Systemen? Wie wurden früher AFS genutzt? Im Hauptteil geht er auf die heutigen Nutzungsmöglichkeiten von modernen AFS ein. Im Fokus stehen die einzelnen Planungsschritte. Diese unterteilt er in Betriebsanalyse, Standortanalyse, allgemeine Aspekte und Aspekte der Bewirtschaftung. Diese geht er detailliert durch und beschreibt die Herausforderungen und Chancen in der Umsetzung von AFS für Landwirte. Diese Schritte skizziert er anschaulich an Praxisbeispielen. Zum Abschluss führt er einige aktuelle Agroforstprojekte in Deutschland auf.

Dieter Pansegrau

Das Wurzelhofsystem – Bodenpflege statt Pflanzendüngung im Gemüsebau

Dieter Pansegrau bewirtschaftet sei 1986 den Wurzelhof (Schinkeler Höfe). Erst während des Soziologiestudiums durch einen Selbstversorger Garten fand er zum Gemüsebau. Seit 1986 wird der Betrieb ökologisch bewirtschaftet und seitdem findet kein externer Einsatz von Stickstoffdüngungen statt. Daraus entwickelte er Praktiken, Techniken und Methoden um den Boden im Gemüsebau zu fördern und aufzubauen nach dem Grundsatz „Bodenpflege statt Pflanzendüngung“. Dies wird u.a. durch eine breite Fruchtfolge, Futterbau und Gründüngung, Untersaaten sowie spezielle Bodenbearbeitungsverfahren und Mulchsysteme umgesetzt.

Zu Beginn skizziert Dieter Pansegrau seine Grundwerte und warum er mit der Landwirtschaft angefangen hat. Darauf aufbauend beschreibt er seine grundlegenden „philosophischen“ Leitplanken einer ökologischen Landwirtschaft. Diese sind: Adaption natürlicher Prozesse, dauerhafte Durchwurzelung, dauerhafte Bodenbedeckung, keine Bodenbearbeitung, Bodenentwicklung durch Humusaufbau und Förderung der mikrobiellen Aktivität. Im Hauptteil stellt Dieter Pansegrau sein vierteiliges Wurzelhofsystem vor. Dieses besteht aus den Aspekten Fruchtfolge, Gründüngung, Mulch und minimalinvasiver Bodenbearbeitung. Im weiteren Verlauf geht er anhand von vielen Bildern auf die einzelnen Aspekte ein und beschreibt, wie er diese auf seinem Hof umsetzt und welche Erfolge er damit erzielt.

Christian Nettelnstroth

Auch die Gesundheit der Tiere im Stall beginnt im Boden

Christian Nettelnstroth ist staatlich geprüfter Landwirt. Er bewirtschaftet einen konventionellen Betrieb mit 93 ha Ackerbau, 360 Sauen und 1000 Mastplätzen. Seit ca. 2011 hat er sich auf den Weg gemacht wieder gesünderes Futter zu erzeugen um gesündere Tiere zu erhalten. Dabei musste er feststellen, dass die Gesundheit der Tiere (und auch von uns Menschen) im Boden beginnt. Um dies zu erreichen, wertet er z.B. seine Gülle auf, setzt gute und vielfältige Zwischenfrüchte (auch Sommerzwischenfrüchte) ein und experimentiert mit Untersaaten. Die Bodenbearbeitung geht in Richtung minimale Bodenbearbeitung, wozu er seit 2018 den Geohobel benutzt. Diese Veränderungen bewirkten, dass er mittlerweile nur noch 1/4 der Tierarztkosten und nur noch ca. 50 % der Kosten für Pflanzenschutz hat. Sein Ziel ist es, den Humusanteil möglichst schnell zu steigern um noch besser für Trockenperioden gerüstet zu sein.

Christian Nettelnstroth beschreibt seinen Weg zu mehr Tierwohl und einer besseren Boden- und Pflanzengesundheit anhand einiger Schlüsselaspekte seiner betriebswirtschaftlichen Planung, wie Tierarztkosten, Ausgaben für Pflanzenschutz und Dünger sowie im Verhältnis zur Futterverwertung seiner Tiere. Dieses Monitoring ermöglichte ihm, seinen Weg zu gehen und Ursache-Wirkungsketten nachvollziehen zu können. Durch die Förderung der Tiergesundheit und der Boden- und Pflanzengesundheit zeigt er, wie sukzessive die Ausgaben in Summe geringer wurden. Maßnahmen waren u.a. Güllebehandlung, Mykorrhiza, Blattspritzungen, Geohobel, Wasseraktivierung und weitere. Eindrücklich schildert er seinen Weg, wie er im Vertrauen das Richtige zu tun, vom Einzelkämpfer hin zum Vorbild für eine ganze Region wurde.

Georg Doppler

Resilienz durch Vielfalt - Entwicklungsgeschichte eines Hoforganismus

Georg Doppler bewirtschaftet seit 1995 gemeinsam mit seiner Frau Astrid das Mairgut in Parzham in Oberösterreich. Seit der Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise im Jahr 1998 wurde der Betrieb laufend weiterentwickelt zu einem vielfältigen „Gesamtsystem“. Die Weidehaltung von Rindern, Pferden, Schweinen und Geflügel auf Dauergrünland aber vor allem auch im Rahmen der Ackerfruchtfolge stehen dabei im Mittelpunkt. Am Acker wird möglichst durchgehende Bedeckung bei maximaler Diversität der Haupt- und Zwischenfrüchte jeweils in Gemengen angestrebt. Vielfältige Gehölzstreifen umrahmen und schützen die Felder. Die Bearbeitung der Flächen erfolgt seit nunmehr 20 Jahren ohne Pflug und bereits seit 15 Jahren kommen verschiedene Direktsaatverfahren auf bis zu einem Drittel der Fläche zum Einsatz.

Georg Doppler gibt zu Beginn einen Überblick über seinen Betrieb und die Ausgangssituation seit 1995. Für ihn spielt die Integration von Tieren in den Hoforganismus eine wichtige Rolle. Weiterhin bildet eine ökonomische Selbstständigkeit die notwendigen Freiheiten für Entwicklung. Hier skizziert er seine Form der Direktvermarktung auf dem Hof. Darauf aufbauend beschreibt er, wie die Umsetzung von regenerativen Maßnahmen auch zu einer besseren Wirtschaftlichkeit führen können. Im Hauptteil geht er auf seine Erkenntnisse zur Fruchtfolge und die Umsetzung der Direktsaat im Ökolandbau ein. Hier beschreibt er detailliert und eindrucksvoll seine Erfahrungen mit den diversen Maschinen und wie diese in der Praxis anzuwenden sind, damit eine Direktsaat im Ökolandbau gelingen kann.

Agathe & Karl Lingenhel

Vielfalt im Betrieb – Kreisläufe, Altes und Neues, Produktion und Vermarktung

Auf dem Betrieb von Agathe und Karl Lingenhel spielt die Kreislaufwirtschaft seit Jahrzehnten eine elementare Rolle. Sie führen ihren Hof seit 1995 gemeinsam und seit 1999 haben sie auf Bio umgestellt. Ihre Überzeugung ist, dass ein gesunder Boden die Grundvoraussetzung für das Wirtschaften im Kreislauf der Natur ist. Dafür fördern sie den Humusaufbau. Die Grundlage dazu liefert die Kompostierung des Festmistes der 24 Original Braunvieh Kühen plus Nachzucht. 30 Hektar Land, die Milchkühe, einige Streuobstbäume alter Sorten und mehrere Bienenkästen gehören zum durchdachten Kreislauf-Betrieb. Aus den Erzeugnissen stellt die Familie Spirituosen und Chutneys sowie Joghurt und verschiedene Käse her. Die Familie Lingenhel hat 2019 den CERES-Award als Biolandwirt des Jahres erhalten.

Gerhard Weißhäupl

„Immergrün“ und deren Flächenrotte

Gerhard Weißhäupl bewirtschaftet seit mehreren Generationen den Familien-Hof in Haibach ob der Donau in Oberösterreich, seit 2003 biologisch. Zum Betrieb gehören 35 Hektar Ackerland, 10 Hektar Grünland und 1.600 Legehennen. Gerhard Weißhäupl ist mit seinem Unternehmen VORTEX Energie GmbH einer der Pioniere der Regenerativen Landwirtschaft. Neben Komposttee-Maschinen, die er zusammen mit Ingrid Hörner entwickelt hat, baut er auch Ackerfräsen in Zusammenarbeit mit Dietmar Näser und Friedrich Wenz.

Ulrike von Aufschnaiter

Gesunde Nahrung: Menschliche Bedürfnisse vs. wirtschaftliche Interessen

Ulrike von Aufschnaiter ist Gründerin und Geschäftsführerin einer Unternehmensberatung und Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie (DGUHT). Sie arbeitet als Coach und Organisationsentwicklerin mit Personen im oberen Management von DAX- und FTSE-Konzernen zusammen. Darüber hinaus blickt sie auf eine 10-jährige Karriere im Investment Banking zurück. Ihr Wissen aus den Bereichen der Finanz- und Konzernwelt ermöglichten ihr eine differenzierte Ausarbeitung der Einflüsse genau dieser Akteure auf unsere globale Lebensmittelversorgung und Gesundheit. Ausschlaggebend für ihre Recherche zu ihrem Buch war die Erkrankung des eigenen Kindes an der Zahnschmelzstörung Kreidezähne (MIH). MIH ist eine von vielen gesundheitlichen Störungen, von denen inzwischen schon große Teile der Kinder in Deutschland, wie auch weltweit, betroffen sind.

Phillip Krainbring

Offenheit als System: durch das Verständnis der Natur und über innovative Methoden zu reduziertem Einsatz chemischen Pflanzenschutz

Phillip Krainbring hat eine landwirtschaftliche Ausbildung und Studium mit Masterabschluss in Kiel. Seit 2016 managt er rund 440 ha Marktfrüchte-Betrieb in Sachsen-Anhalt. Als Verwalter lockert er die Fruchtfolge auf, sorgt für optimale Sortenwahl, wählt die richtigen Aufwandmengen und nutzt moderne Biologicals. Der 33-Jährige verwendet das Beste aus konventionell und bio. Bei Getreide und Mais setzt er auf elektronenbehandeltes Saatgut und Präparate mit Mikroorganismen. So verzichtet er immer öfters auf chemische Mittel und mineralische Dünger. Sein Ziel: 30 bis 50 Prozent weniger Stickstoff, nur noch die Hälfte an Fungiziden und Insektiziden sowie null Wachstumsregler. Außerdem ist der Junglandwirt als Blogger auf Instagram, Facebook und von seiner Seite erklaerbauer.de sehr weit bekannt. Phillip Krainbring hat 2019 den CERES-Award als Ackerbauer des Jahres erhalten.

Christian Hiß

Landwirtschaft richtig rechnen. Die Regionalwert-Leistungsrechnung die Neu-Bewertung der Arbeit in der Landwirtschaft – Methode, Instrument und Anwendung

Christian Hiß ist aufgewachsen auf einem der ersten Biohöfe Deutschlands in Eichstetten am Kaiserstuhl. Als gelernter Gärtnermeister gründete er 1981 eine Gemüsegärtnerei, später kam ein Milchbetrieb mit einer Käserei hinzu. Mittlerweile hat er seine Betriebe in die von ihm gegründete Regionalwert AG überführt. Auf der Grundstruktur einer Bürger-Aktiengesellschaft baut er mit Kollegen ein bürgerfinanziertes Wertschöpfungsnetzwerk von Unternehmen der regionalen Biobranche auf. Er ist Ashoka-Fellow und wurde mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung als „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2009“ ausgezeichnet. 2020 erhielt er den ZEIT Wissenspreis Mut zur Nachhaltigkeit.

Alfred Grand

Was wir sonst noch über Regenwürmer wissen sollten!

Alfred Grand ist Biobauer und Unternehmer. Der mit den Regenwürmern ;-)! Die VERMIGRAND Naturprodukte GmbH produziert Regenwurmhumus und torffreie Bioerden. Die GRAND FARM ist Österreichs erster Forschungs- und Demonstrationsbauernhof. Auf 90 Hektar Fläche wird auf dem seit 2006 biologisch produzierendem Betrieb Forschung zu den Schwerpunkten Bodengesundheit, Agroforst und Market Gardening betrieben. Alfred Grand widmet seine Zeit seit über 20 Jahren den Regenwürmern. Die GRAND FARM ist Teil des Global Lighthouse Farming Networks der Universität Wageningen (NL). Als Mitglied des Mission Board für Bodengesundheit und Nahrungsmittel berät er die EU-Kommission, er ist im Vorstand der Regenerative Organic Alliance und Konsortiumsmitglied des EU-Horizon2020 Projekts Best4Soil sowie des Erasmus+ Projekts trAEce. Für die European Innovation Partnership for Agriculture (EIP-Agri) ist Alfred Grand in drei Fokusgruppen, sowie in drei operationellen Gruppen aktiv.

Hans Unterfrauner

Den Boden verstehen lernen - Unterfrauner & Kinsey-Untersuchung

Hans Unterfrauner Studium der Landschaftsökologie an der Universität für Bodenkultur in Wien. Während des Studiums angestellt am Institut für Bodenforschung. Hier für die Planung, Anlage und Betreuung von Versuchen, für Probenahme, Probenaufbereitung, Laboranalysen und Auswertungen zuständig. Feldbodenkundliche Erfahrung als Mitglied des Erhebungsteams zur Kärntner Bodenzustandsinventur. Nach Studienabschluss Erlernen des Verfahrens der „Fraktionierten Analyse“ bei Prof. Husz. Zweijährige Projektleitung in Venezuela (biologische Dekontamination von kontaminierten Bohrschlämmen). Aufbau eines Qualitätssicherungssystems im bodenkundlichen Labor „ÖKO-Datenservice GmbH“ in Österreich. Entwicklung und Aufbau von BoWaSan (Forschungsabteilung der Firma Bodenkalk e.Gen.). 2007 Gründung eines Technischen Büros, 2015 Gründung der „TB Unterfrauner GmbH“.

Monika Sobotik

Wert der Wurzeln für die Humusanreicherung

Monika Sobotik ist gelernte Gärtnerin und Botanikerin. Gärtnerische Erfahrungen sammelte sie im Zierpflanzenbau in der Stadtgärtnerei Linz, im Gemüsebau in einem biologisch-dynamischen Betrieb auf der Schwäbischen Alb und auf der Threefold Farm in Spring Valley, USA. Seit 1967 hatte sie die Möglichkeit bei Frau Prof. Dr. Lore Kutschera und Prof. Dr. Erwin Lichtenegger an mehreren Wurzelatlas-Bänden mitzuarbeiten. Seit 2009 führte sie das Pflanzensoziologische Institut in Klagenfurt weiter.

Birgit Wilhelm

Lebendiger Boden: gemeinsame Basis von Landwirtschaft und Naturschutz

Birgit Wilhelm hat nach dem Abschluss des Landwirtschaftsstudiums an der Fachhochschule in Weihenstephan zwei Jahre in Westafrika gearbeitet. Zurück in Deutschland war sie fast sieben Jahre Referentin in der internationalen Abteilung von Naturland e.V. (für Mitglieder in Afrika, Asien und Südeuropa). Danach promovierte sie im Fachgebiet der Agrartechnik an der Universität Kassel (Witzenhausen) zur reduzierten Bodenbearbeitung im Ökolandbau. In ihrer anschließenden Zeit als Referentin für nachhaltige Landwirtschaft und Ressourcenschutz beim WWF in Berlin startete sie einen Bodendialog zwischen Naturschutz und Landwirtschaft, mit dem Titel »Der lebendige Boden – gemeinsame Basis von Landwirtschaft und Naturschutz«. Seit zwei Jahren ist sie Professorin für ökologischen Pflanzenbau an der Fachhochschule Erfurt im Fachbereich Gartenbau.

Jean-Marc Parries

Wie gründe ich einen profitablen No-Dig Marktgarten?

Ohne Infrastruktur, landwirtschaftliche Fläche und bedeutende praktische Vorkenntnisse, gründeten Jean-Marc Parries, Max Epstein und Claude Petit kurz nach bzw. noch während ihres Studium den Gemüsebaubetrieb Krautgaart. Dies mit der Überzeugung, dass Gemüseanbau im Einklang mit den Naturkreisläufen stattfinden kann und Anbaueffizienz im Bodenaufbau gründet. Inspiriert von erprobten Methoden von verschiedenen Marktgärtnern aus der ganzen Welt, entwickeln sie ihre Anbaumethoden seitdem weiter. Zusammen mit einer effizienten Direktvermarktung nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft und den Rückhalt ihrer Mitgliedschaft steht Krautgaart auf standfesten Beinen und schaut verheissungsvoll in die Zukunft. Jean-Marc Parries (32 J., MSc Environmental Sciences) ist zuständig für die Betriebsführung und -entwicklung im Krautgaart.

 

Posted by Yvonne in Allgemein, Bodenfruchtbarkeit, Untersaat

Webinar24: Christian Hildmann

Christian Hildmann

Der Wasserkreislauf - eine systemische Betrachtung

Christian Hildmann arbeitet als Wissenschaftler nach Stationen an der TU Berlin (Ökologie/ Limnologie) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Raum- und Umweltplanung) seit 2011 am Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften und leitet dort die Abteilung für Landschaftsentwicklung, Naturschutz, Gewässerökologie und -sanierung. Ein Schwerpunkt der systemisch und anwendungsbezogen ausgerichteten Forschung ist das Wasser. Darin bündeln sich von quantitativen Aspekten über den Stofftransport mit der qualitativen Seite bis hin zum Lebensraum die landschaftsökologischen Zusammenhänge wie in einem Brennglas. Aufgewachsen in Gummistiefeln bei 1200 mm Jahresniederschlag lebt er nun bei weniger als 600 mm in der Lausitz.

Christian Hildmann beschreibt zu Beginn seines Webinars die Funktionsweise des großen („globalen“) Wasserkreislaufes, vom Meer zum Festland, unter Einwirkung der Sonnenenergie. Anschließend beschreibt es den kleinen („regionalen“) Wasserkreislauf und zeigt auf, wie Pflanzen über Verdunstung dieses Kleinklima beeinflussen und auch zur lokalen Wolkenbildung beitragen können. Er skizziert die unterschiedlichen – wissenschaftlich erforschten - Auswirkungen und Rückkopplungen von degradierten und intakten Landschaften in Bezug auf das Thema Wasser(-kreislauf). Ein guter wissenschaftlicher Grundlagenvortrag für die weiteren Praxiswebinare.

Das Webinar kostet 9,90 Euro.

Während des Verkaufsprozesses besteht die Möglichkeit weitere Webinare zum reduzierten Preis hinzu zu erwerben.

Du erhältst den Zugang zum Webinar für 1 Jahr.

Philipp Gerhardt

Keyline Design - wie das Wasser in der Land(wirt)schaft bleibt

Philipp Gerhardt ist Dipl.-Forstwirt, freier Berater und Planer für regenerative Landnutzung. Er hat an der Forstakademie in Tharandt (TU Dresden) studiert, in verschiedenen Forstbetrieben und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien gearbeitet. Inspiriert ist er von den forstlichen Visionären Heinrich Cotta und Wilhelm Pfeil, deren Idee der ‚Baumfeldwirtschaft‘ früher als auch heute ein vielversprechendes Werkzeug zur Klimaanpassung landwirtschaftlicher Felder darstellt. In der Umsetzung nutzt er moderne Techniken ebenso wie altes Wissen. Mittlerweile hat er zahlreiche Betriebe beraten, die nun u.a. mit Baumpflanzungen und Schlüssellinienbearbeitung (Keyine Design) die Landschaft nachhaltig verändern und ihren Erfolg auf neue Wirtschaftsweisen aufbauen.

Zu Beginn seines Webinars beschreibt Philipp Gerhardt den bereits gravierenden Zustand des deutschen Waldes aufgrund des vergangenen Hitzesommern und zeigt dabei auf, wie Ursachen und Folgen der Umweltprobleme miteinander zusammenhängen. Er erläutert, welche Probleme unsere ausgeräumten Kulturlandschaften mit sich bringen. Detailliert beschreibt er daraufhin, wie eine Kulturlandschaft wieder „funktionsfähig“ umgestaltet werden kann, um die Wasserspeicherfähigkeit in der Landschaft, eine erhöhte Kühlfunktion und eine klimaplastische Ausrichtung erreichen zu können. Dabei geht er speziell auf das Keyline-Design als Gestaltungskonzept zur besseren Steuerung von Wasserflüssen in der Landschaft ein.

Patrick Worms

Agroforstwirtschaft - Mehr Wasser & mehr Leben im System für eine erhöhte Resilienz

Patrick Worms ist u.a. Präsident von EURAF, dem Europäischen Verband der Agroforstwirtschaft; Treuhänder und Schatzmeister der International Union of Agroforestry; Mitglied des Lenkungsausschusses von International Land Lives Peace, der an der Schnittstelle zwischen Landdegradierung und Konflikten arbeitet und Mitglied mehrerer Beratungsgremien. Patrick ist seit den späten 1980er Jahren an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik aktiv. Als junger europäischer Beamter leistete er Pionierarbeit für eine neue Art der Kommunikation, um mit dem ökologischen Erbe des Kommunismus in der ehemaligen Sowjetunion umzugehen, bevor er in die Privatwirtschaft wechselte und sich mit dem katastrophalen ökologischen Erbe des Großen Sprungs Chinas beschäftigte, eine Bemühung, die zur ersten groß angelegten Investition des Privatsektors in Baumpflanzungen zur Sanierung von Wassereinzugsgebieten in diesem Land wurde.

Patrick Worms führt in das Webinar mit der Bezeichnung einer systembewussten Landwirtschaft ein. Denn nur, das Verständnis der verschiedenen Systemprozesse in der Natur, wie diese zusammenhängen und wie diese vom Menschen gemanaged werden können machen den Unterschied zwischen einer Landdegradation und einer Landregeneration aus. Zu Beginn geht er auf das ganzheitliche Weidemanagement ein und zeigt, welches Potential eine bewusst geplante, rotierende Beweidung haben kann. Diese kann auch in einem Agroforstsystem umgesetzt werden. Im Hauptteil zeigt Patrick Worms eine Vielzahl von Agroforstsystemen weltweit und zeigt die positiven Auswirkungen in Bezug auf Klimawandel, Wasserspeicherfähigkeit, Nährstoffverfügbarkeit und Lichtausnutzung auf. Nicht zuletzt skizziert er anhand eines Betriebes aus Großbritannien den ökonomischen Mehrnutzen von Agroforstsystemen gegenüber Monokulturen.

Christine Bajohr

Bereit sein für den nächsten Regen - Ökosystemprozesse verbessern durch ganzheitliches Management

Christine Bajohr bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann den KugelSüdhangHof im Oberallgäu. Der Standort ist extrem schwierig zu bewirtschaften, deshalb haben sich die beiden schon vor vielen Jahren auf den Weg gemacht, nach Alternativen zur traditionellen Grünlandbewirtschaftung zu suchen. In der Zwischenzeit ist Christine vom Savory Institut zertifiziert (Professional Educator) und hat die Consultant-Ausbildung bei Dr. E. Ingham begonnen. Sie hat zudem zusammen mit weiteren Milchviehbetrieben und Wissenschaftlern das KUHproKLIMA-Forschungsprojekt (EIP-Agri-Projekt, Laufzeit bis 3/2023) auf den Weg gebracht. Bei diesem Projekt sollen u. a. praktikable Lösungsansätze aufgezeigt werden, wie die Auswirkungen des Klimawandels auf Grünlandbetriebe abgemildert werden können und gleichzeitig ein aktiver Beitrag zur Klimaverbesserung geleistet werden kann.

Christine Bajohr gibt einen Überblick über den Holistic Management Ansatz von Allan Savory und wie sie diesen auf ihrem Hof im Allgäu anwendet. Dabei legt sie einen Schwerpunkt auf die Beschreibung der vier Schlüsselerkenntnisse, welchen jeden Landwirt bewusst sein sollten, wenn er die Landwirtschaft als das Management eines komplexen Systems anstrebt. Grundlegend dabei ist das Verständnis über die Funktion der vier Ökosystemprozessen: der Photosyntheseprozesse in der Graslandschaft, des Wasserkreislaufes, des Mineralstoffkreislaufes und der Dynamik von Lebewesen in der Landschaft. Sie erläutert, warum das richtige Timing bei der Beweidung wichtig ist, beschreibt den dahinterliegenden Planungsprozess und gibt Tipps für die eigene Umsetzung auf dem Hof.

Armin Meitzler

Mit Vielfalt zum Erfolg - auch bei Trockenstress!

Armin Meitzler bewirtschaftet mit seiner Familie einen 250ha großen Betrieb (incl 24ha Weinbau) in Rheinhessen, seit 2012 als Bioland. Ihre Stärke ist die vielfältige Fruchtfolge mit jährlich ca 18-20 Kulturen. Seit 2014 sind sie Leitbetrieb für Rheinland-Pfalz im ökologischen Landbau, und Demonstrationsbetrieb im Sojaanbau für Rheinland-Pfalz. 2016 lernten sie das System der regenerativen Landwirtschaft von Friedrich Wenz und Dietmar Nässer kennen. Seit dem arbeiten sie zusätzlich regenerativ und sind auch Seminarbetrieb für die Bodenkurse der Grüne Brücke. Seit 2017 Mitglied Bundesfachausschuss für Landwirtschaft im Biolandverband; Gründungsmitglieder der Stiftung »Lebensraum. Mensch. Boden. Wasser. Luft«. Gründung der Vermarktungsgenossenschaft Bio-Familie-Rheinhessen eG.

Armin Meitzler gibt einen guten Überblick über die vielfältigen Maßnahmen, welche er auf seinem Betrieb auf dem Weg zu einer regenerativen Landwirtschaft umsetzt. Die vielfältige Fruchtfolge bildet dabei ein wichtiges Element. Er beschreibt die verwendeten Zwischenfrüchte und geht dabei auf die jeweilige Funktion ein, welche die Zwischenfrüchte im Boden erfüllen. Dabei geht er nicht nach einem festgelegten Rotationsplan vor, sondern integriert Beobachtung und Analyse in den Fruchtfolgeplan. Weiterhin beschreibt er seine Erfahrungen mit dem Konzept der „grünen Brücke“ von Näser/Wenz und wie er einzelne Elemente davon (u.a. Fermente, Komposttee, Pflanzenkohle) auf seinem Betrieb anwendet. Er zeigt sehr anschaulich die Umsetzung und die Resultate dieser Maßnahmen auf seinem Betrieb.

Axel Don

Humusmanagment in der deutschen Landwirtschaft - Potentiale und Grenzen für den Klimaschutz

Axel Don hat Geoökologie mit Schwerpunkt Bodenkunde an der Universität Bayreuth und der Universität Limerick (Irland) studiert. Er hat am Max-Planck Institut für Biogeochemie zum Thema Kohlenstoffstoffspeicherung von Aufforstungen promoviert. Er ist stellvertretender Institutsleiter am Thünen Institut für Agrarklimaschutz und Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Braunschweig. Seit mehr als 15 Jahren forscht er, wie die Landnutzung Humusvorräte und Humusfunktionen in Böden beeinflusst.

Axel Don gibt zu Beginn einen Überblick über das Thema Humus (Vorräte, Verteilung) weltweit und in Deutschland. Er führt die Bodenzustandserhebung Landwirtschaft als erste Bemessung der Humusvorräte in Deutschland ein und zeigt die Ergebnisse auf. Im weiteren Verlauf geht er auf die Frage nach einer Humussättigung von Böden ein und zeigt auf, dass Böden ein Gleichgewicht anstreben von Humusauf- und abbau. Er führt Beispiele/Praktiken an, welche das Potential haben, die Humusgehalte von Acker- und Weideland wieder in Balance zu bringen. Axel Don konstatiert, dass Humusaufbau viele Synergieeffekte mit sich bringen würde und eine rein klimaschutzrelevante Perspektive zu reduktionistisch sei.

Michael Weiß

Soziale Netzwerke auf dem Acker — wie Pflanzen kommunizieren

Michael Weiß hat sich an der Universität Tübingen in internationalen Kooperationen jahrelang intensiv mit Grundlagenforschung zur Evolution, Ökologie und Systematik der Pilze beschäftigt. Seit 2015 leitet er das Steinbeis-Innovationszentrum Organismische Mykologie und Mikrobiologie, in dem er daran arbeitet, Ergebnisse seiner Forschung in konkrete Anwendungen für einen nachhaltigen Pflanzenbau zu übersetzen. Er interessiert sich darüberhinaus sehr für die Themen Kompost und Pflanzenkohle. Ein aktuelles Projekt beschäftigt sich mit der Herstellung effektiver Trockendünger durch Fermentation von Lebensmittelresten mit Biomasse aus der Kulturlandschaft.

Michael Weiß führt – basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen - in die unterschiedlichen Ebenen der Kommunikation von Pflanzen ein. Er zeigt beeindruckende Forschungsergebnisse in den Ebenen der Optik, Haptik, Elektrik, Akustik und auf molekularer Ebene auf. Im Zweiten Teil des Webinars beschreibt er den Lebensraum der Rhizosphäre als Hot-Spot der Pflanzen-Boden-Kommunikation. Neueste wissenschaftliche Untersuchungen beschreiben den „Rhizophage-Zyklus“ als symbiotischen Kreislauf von Wurzeln und Bakterien, indem beide Protagonisten voneinander profitieren. Im letzten Teil beschreibt er die verschiedenen Mykorrhiza-Typen und ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft.

Ulrich Hampl

Erfahrungen aus dem Bodenfruchtbarkeitsfonds. Was sagen und v.a. machen die Landwirte?

Ulrich Hampl ist Münchner Kindl und durch ein Landwirtschaftsstudium und Praxis zum absoluten Land-Ei geworden. Er hat 29 Jahre für die Stiftung Ökologie & Landbau in den Bereichen Beratung, Forschung, Erwachsenenbildung, Aufbau und Leitung des Seminarbauernhofs und Bauernhofkindergartens Gut Hohenberg, und als Bauernhofpädagoge gearbeitet. Jetzt ist er als Bauern- und Bodenbegleiter im Bodenfruchtbarkeitsfonds der Bio Stiftung Schweiz rund um den Bodensee tätig, als Demeter-Berater unterwegs und begeisterter Bienenhalter.

Zu Beginn stellt Ulrich Hampl die Arbeit des Bodenfruchtbarkeit-Fonds und speziell seine beratende Tätigkeit darin vor. Der Fonds bietet für Landwirte Freiraum zum Experimentieren durch fachliche Begleitung, Fortbildung, Vernetzung und finanzieller Unterstützung an. Er stellt die von den teilnehmenden Landwirten ausgewählten Maßnahmen zur Bodenentwicklung vor und beschreibt die Ergebnisse der ersten Projektlaufzeit. Im zweiten Teil beschreibt Ulrich Hampl ackerbauliche Grundlagen und Maßnahmen zur Bodenentwicklung und gibt einen Einblick in seine Jahrzehnte langen Erfahrungsschatz. Abschließend zeigt er einige Maschinen zur nichtwendenden Lockerung der Unterkrume und geht auf Erfahrungen ein.

Hans-Christoph Vahle

Die 10 Biotope für die lebendige Vielfalt der Kulturlandschaft

Hans-Christoph Vahle ist Pflanzensoziologe mit Schwerpunkt auf Kulturlandschafts-Vegetation. Er promovierte über „Grundlagen zum Schutz der Vegetation oligotropher Stillgewässer in Nordwestdeutschland“ und habilitierte mit der „Gestaltbiologie von Pflanzengesellschaften“. Er führte viele pflanzensoziologische Kartierungen in Niedersachsen durch und war später mit Biotopkartierungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen beschäftigt. 2009 gründete er die Akademie für angewandte Vegetationskunde, arbeitete 2013 – 2014 an einem deutschlandweiten Wiesenprojekt mit der Abschluss-Broschüre „Gesundende Landschaften durch artenreiche Mähwiesen“ und leitet seit 2015 einen dreijährigen Ausbildungsgang „Feldbotanik und Pflanzensoziologie“, der jedes Jahr neu startet.

Für Hans-Christoph Vahle ist die Grundlage einer gesunden und vielfältigen Landwirtschaft und Ernährung eine gesunde und vielfältige Pflanzenwelt. Hier spielen die Wildpflanzen in der Wirtschaftslandschaft eine zentrale Rolle. Er beschreibt, dass die traditionelle Landbewirtschaftung Mitte des 19. Jahrhunderts die Größte biologische Vielfalt aufwies und führt an, wie wir daraus lernen können. Im weiteren Verlauf des Webinars geht er sukzessive alle relevanten Biotope unserer Kulturlandschaft (u.a. Acker, Wiese, Weide, Wegrand, Mauer, Teich, Blänke) durch und führt an, was Landwirte tun können, um die Wildpflanzenvielfalt zu fördern.

Manuel Winter

Bodenaufbau mal anders! Mit Mob Grazing und Feldfutter

Manuel Winter hat Agrarwissenschaften mit Bachelor of Science an der BOKU Wien studiert, welches er mit einer Arbeit über Mob Grazing abschloss. Auch im weiterführenden Studium der Nutztierwissenschaften an der BOKU - hier wird die Abschlussarbeit ebenso über Mob Grazing gehen - lässt ihn das Thema nicht los, weshalb er auf mehreren Reisen verschiedenste Betriebe in Kanada, USA, Australien, Südamerika und anderen Ländern besuchte und teils dort mitgearbeitet hat. Hier hat er bemerkt, wie schnell Flächen durch falsche Beweidung degradieren können. Aber auch in Europa können wir durch besseres Management unsere Böden schonen, nachhaltiger wirtschaften und gleichzeitig mehr produzieren. Das im In- und Ausland erlangte Wissen vermittelt er mit seiner Initiative "Change Grazing".

Zu Beginn beschreibt Manuel Winter seine Erfahrungen auf Mob Grazing Betrieben in Südamerika und wie diese die Beweidung in die Ackerbewirtschaftung einbauen. Danach geht er detailliert auf die Ackerkulturen und Mischungen für ein gutes Mob Grazing in Europa ein. Dabei weist er auf viele praktische Untersuchungen im Rahmen seines Forschungsprojektes auf Betrieben in Österreich hin. Dieser Feldfutteranbau kann zu mehr Tiergesundheit, Bodenaufbau und bessere betriebswirtschaftliche Ergebnisse führen. Zentral ist dabei das Management der Tierherden. Im zweiten Teil beschreibt er die Wachstumskurven der Pflanzen und führt detailliert in das Mob Grazing System ein (Verbindung zum Holistic Management Ansatz, Koppeleinteilung, Paddockeinteilung, etc.) und zeigt die Besonderheiten dieses Ansatzes gegenüber anderen Weideansätzen auf.

Maya & Sebastian Heilmann

Etablierung eines Market Garden - Erfolge & Fehler

Durch eine längere Zeit in Indien und in der biologisch-dynamischen Bewegung dort, sowie dem Absolvieren der Freien Ausbildung im Norden, hat Sebastian in der Landwirtschaft die Inspiration gefunden, eine aufbauende Landwirtschaft mit zu entwickeln. Erfahrungen sammelte er bisher mit Mutterkühen, Legehennen, Milchziegen, kleingliedrigem Ackerbau, und immer stärker im Gemüsebau, mit Weiterbildungen zur Bodenmikrobiologie, Kompostieren, Komposttees und Mikroskopie. In der Gemeinschaft Schloss Tempelhof geht Sebastian seinem starken Anliegen nach, eine vielfältige und regenerative, kleinbäuerliche Landwirtschaft zu fördern und mit zu formen.

Maya & Sebastian Heilmann gehen in ihrer Präsentation detailliert auf ihre Erfolge und auf ihre Fehler beim Aufbau eines Market Garden Systems. Der Vortrag ist in drei Teile unterteilt. Zu Beginn gehen beide auf die Bedeutung einer guten persönlichen und betrieblichen Vision und einer guten Planung ein. Ein persönliches Leitbild schafft von Anfang an für Klarheit in der Ausrichtung. Dafür stellt Maya grundlegende Fragen vor, welche darin beantwortet werden sollten. Genauso schafft eine gute Beet- und Anbauplanung Klarheit für die Saison. Im Bereich der Umsetzung gehen beide auf ihre persönlichen Learnings ein. Dabei spielen Themen wie Anlegen von Beeten, Beetvorbereitung und Okulation eine Rolle. Im letzten Teil gehen die beiden auf wichtige Teamaspekte ein. Wie befähige und fördere ich meine Mitarbeiter? Wie baue ich ein Teamgefüge auf?

Nicolas Haack

Agroforstwirtschaft: Über Planung, Umsetzung, Pflege und Ernte

Nicolas Haack studiert ökologische Agrarwissenschaften an der Uni Kassel/Witzenhausen. Hier gründete er gemeinsam mit weiteren Studierenden vor 3 Jahren die Fachgruppe Regenerative Landwirtschaft. Daraus wurde der Uni-Kurs "Einführung in die Regenerative Landwirtschaft" entwickelt, welcher bereits zum 5. mal an der Universität stattfindet. Im Rahmen dieser Gruppe lernte er Christoph Meixner und Janos Wack kennen, mit ihnen gründete er vor etwa 1 Jahr TRIEBWERK. Zusammen setzen sie sich für die Verbreitung einer Regenerativ-Ökologischen Landwirtschaft durch die Etablierung von Agroforstsystemen ein. In der Agroforstwirtschaft und den vielfältigen Formen der Ausgestaltung dieser sehen sie einen Schlüssel zur zukunftsfähigen Landwirtschaft. Ihr Angebot umfasst die Vermittlung des Know-Hows zur Bewirtschaftung von Agroforstsystemen im Rahmen unterschiedlicher Bildungsveranstaltungen, die Planung von Agroforstsystemen, die Entwicklung nötiger Businesspläne sowie die Vermittlung einer Finanzierung der Agroforstsysteme.

Nicolas Haack führt grundlegend in die Thematik der Agroforstwirtschaft (AFS) ein. Was ist die Definition? Was sind die Vorteile von solchen Systemen? Wie wurden früher AFS genutzt? Im Hauptteil geht er auf die heutigen Nutzungsmöglichkeiten von modernen AFS ein. Im Fokus stehen die einzelnen Planungsschritte. Diese unterteilt er in Betriebsanalyse, Standortanalyse, allgemeine Aspekte und Aspekte der Bewirtschaftung. Diese geht er detailliert durch und beschreibt die Herausforderungen und Chancen in der Umsetzung von AFS für Landwirte. Diese Schritte skizziert er anschaulich an Praxisbeispielen. Zum Abschluss führt er einige aktuelle Agroforstprojekte in Deutschland auf.

Dieter Pansegrau

Das Wurzelhofsystem – Bodenpflege statt Pflanzendüngung im Gemüsebau

Dieter Pansegrau bewirtschaftet sei 1986 den Wurzelhof (Schinkeler Höfe). Erst während des Soziologiestudiums durch einen Selbstversorger Garten fand er zum Gemüsebau. Seit 1986 wird der Betrieb ökologisch bewirtschaftet und seitdem findet kein externer Einsatz von Stickstoffdüngungen statt. Daraus entwickelte er Praktiken, Techniken und Methoden um den Boden im Gemüsebau zu fördern und aufzubauen nach dem Grundsatz „Bodenpflege statt Pflanzendüngung“. Dies wird u.a. durch eine breite Fruchtfolge, Futterbau und Gründüngung, Untersaaten sowie spezielle Bodenbearbeitungsverfahren und Mulchsysteme umgesetzt.

Zu Beginn skizziert Dieter Pansegrau seine Grundwerte und warum er mit der Landwirtschaft angefangen hat. Darauf aufbauend beschreibt er seine grundlegenden „philosophischen“ Leitplanken einer ökologischen Landwirtschaft. Diese sind: Adaption natürlicher Prozesse, dauerhafte Durchwurzelung, dauerhafte Bodenbedeckung, keine Bodenbearbeitung, Bodenentwicklung durch Humusaufbau und Förderung der mikrobiellen Aktivität. Im Hauptteil stellt Dieter Pansegrau sein vierteiliges Wurzelhofsystem vor. Dieses besteht aus den Aspekten Fruchtfolge, Gründüngung, Mulch und minimalinvasiver Bodenbearbeitung. Im weiteren Verlauf geht er anhand von vielen Bildern auf die einzelnen Aspekte ein und beschreibt, wie er diese auf seinem Hof umsetzt und welche Erfolge er damit erzielt.

Christian Nettelnstroth

Auch die Gesundheit der Tiere im Stall beginnt im Boden

Christian Nettelnstroth ist staatlich geprüfter Landwirt. Er bewirtschaftet einen konventionellen Betrieb mit 93 ha Ackerbau, 360 Sauen und 1000 Mastplätzen. Seit ca. 2011 hat er sich auf den Weg gemacht wieder gesünderes Futter zu erzeugen um gesündere Tiere zu erhalten. Dabei musste er feststellen, dass die Gesundheit der Tiere (und auch von uns Menschen) im Boden beginnt. Um dies zu erreichen, wertet er z.B. seine Gülle auf, setzt gute und vielfältige Zwischenfrüchte (auch Sommerzwischenfrüchte) ein und experimentiert mit Untersaaten. Die Bodenbearbeitung geht in Richtung minimale Bodenbearbeitung, wozu er seit 2018 den Geohobel benutzt. Diese Veränderungen bewirkten, dass er mittlerweile nur noch 1/4 der Tierarztkosten und nur noch ca. 50 % der Kosten für Pflanzenschutz hat. Sein Ziel ist es, den Humusanteil möglichst schnell zu steigern um noch besser für Trockenperioden gerüstet zu sein.

Christian Nettelnstroth beschreibt seinen Weg zu mehr Tierwohl und einer besseren Boden- und Pflanzengesundheit anhand einiger Schlüsselaspekte seiner betriebswirtschaftlichen Planung, wie Tierarztkosten, Ausgaben für Pflanzenschutz und Dünger sowie im Verhältnis zur Futterverwertung seiner Tiere. Dieses Monitoring ermöglichte ihm, seinen Weg zu gehen und Ursache-Wirkungsketten nachvollziehen zu können. Durch die Förderung der Tiergesundheit und der Boden- und Pflanzengesundheit zeigt er, wie sukzessive die Ausgaben in Summe geringer wurden. Maßnahmen waren u.a. Güllebehandlung, Mykorrhiza, Blattspritzungen, Geohobel, Wasseraktivierung und weitere. Eindrücklich schildert er seinen Weg, wie er im Vertrauen das Richtige zu tun, vom Einzelkämpfer hin zum Vorbild für eine ganze Region wurde.

Georg Doppler

Resilienz durch Vielfalt - Entwicklungsgeschichte eines Hoforganismus

Georg Doppler bewirtschaftet seit 1995 gemeinsam mit seiner Frau Astrid das Mairgut in Parzham in Oberösterreich. Seit der Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise im Jahr 1998 wurde der Betrieb laufend weiterentwickelt zu einem vielfältigen „Gesamtsystem“. Die Weidehaltung von Rindern, Pferden, Schweinen und Geflügel auf Dauergrünland aber vor allem auch im Rahmen der Ackerfruchtfolge stehen dabei im Mittelpunkt. Am Acker wird möglichst durchgehende Bedeckung bei maximaler Diversität der Haupt- und Zwischenfrüchte jeweils in Gemengen angestrebt. Vielfältige Gehölzstreifen umrahmen und schützen die Felder. Die Bearbeitung der Flächen erfolgt seit nunmehr 20 Jahren ohne Pflug und bereits seit 15 Jahren kommen verschiedene Direktsaatverfahren auf bis zu einem Drittel der Fläche zum Einsatz.

Georg Doppler gibt zu Beginn einen Überblick über seinen Betrieb und die Ausgangssituation seit 1995. Für ihn spielt die Integration von Tieren in den Hoforganismus eine wichtige Rolle. Weiterhin bildet eine ökonomische Selbstständigkeit die notwendigen Freiheiten für Entwicklung. Hier skizziert er seine Form der Direktvermarktung auf dem Hof. Darauf aufbauend beschreibt er, wie die Umsetzung von regenerativen Maßnahmen auch zu einer besseren Wirtschaftlichkeit führen können. Im Hauptteil geht er auf seine Erkenntnisse zur Fruchtfolge und die Umsetzung der Direktsaat im Ökolandbau ein. Hier beschreibt er detailliert und eindrucksvoll seine Erfahrungen mit den diversen Maschinen und wie diese in der Praxis anzuwenden sind, damit eine Direktsaat im Ökolandbau gelingen kann.

Agathe & Karl Lingenhel

Vielfalt im Betrieb – Kreisläufe, Altes und Neues, Produktion und Vermarktung

Auf dem Betrieb von Agathe und Karl Lingenhel spielt die Kreislaufwirtschaft seit Jahrzehnten eine elementare Rolle. Sie führen ihren Hof seit 1995 gemeinsam und seit 1999 haben sie auf Bio umgestellt. Ihre Überzeugung ist, dass ein gesunder Boden die Grundvoraussetzung für das Wirtschaften im Kreislauf der Natur ist. Dafür fördern sie den Humusaufbau. Die Grundlage dazu liefert die Kompostierung des Festmistes der 24 Original Braunvieh Kühen plus Nachzucht. 30 Hektar Land, die Milchkühe, einige Streuobstbäume alter Sorten und mehrere Bienenkästen gehören zum durchdachten Kreislauf-Betrieb. Aus den Erzeugnissen stellt die Familie Spirituosen und Chutneys sowie Joghurt und verschiedene Käse her. Die Familie Lingenhel hat 2019 den CERES-Award als Biolandwirt des Jahres erhalten.

Gerhard Weißhäupl

„Immergrün“ und deren Flächenrotte

Gerhard Weißhäupl bewirtschaftet seit mehreren Generationen den Familien-Hof in Haibach ob der Donau in Oberösterreich, seit 2003 biologisch. Zum Betrieb gehören 35 Hektar Ackerland, 10 Hektar Grünland und 1.600 Legehennen. Gerhard Weißhäupl ist mit seinem Unternehmen VORTEX Energie GmbH einer der Pioniere der Regenerativen Landwirtschaft. Neben Komposttee-Maschinen, die er zusammen mit Ingrid Hörner entwickelt hat, baut er auch Ackerfräsen in Zusammenarbeit mit Dietmar Näser und Friedrich Wenz.

Ulrike von Aufschnaiter

Gesunde Nahrung: Menschliche Bedürfnisse vs. wirtschaftliche Interessen

Ulrike von Aufschnaiter ist Gründerin und Geschäftsführerin einer Unternehmensberatung und Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie (DGUHT). Sie arbeitet als Coach und Organisationsentwicklerin mit Personen im oberen Management von DAX- und FTSE-Konzernen zusammen. Darüber hinaus blickt sie auf eine 10-jährige Karriere im Investment Banking zurück. Ihr Wissen aus den Bereichen der Finanz- und Konzernwelt ermöglichten ihr eine differenzierte Ausarbeitung der Einflüsse genau dieser Akteure auf unsere globale Lebensmittelversorgung und Gesundheit. Ausschlaggebend für ihre Recherche zu ihrem Buch war die Erkrankung des eigenen Kindes an der Zahnschmelzstörung Kreidezähne (MIH). MIH ist eine von vielen gesundheitlichen Störungen, von denen inzwischen schon große Teile der Kinder in Deutschland, wie auch weltweit, betroffen sind.

Phillip Krainbring

Offenheit als System: durch das Verständnis der Natur und über innovative Methoden zu reduziertem Einsatz chemischen Pflanzenschutz

Phillip Krainbring hat eine landwirtschaftliche Ausbildung und Studium mit Masterabschluss in Kiel. Seit 2016 managt er rund 440 ha Marktfrüchte-Betrieb in Sachsen-Anhalt. Als Verwalter lockert er die Fruchtfolge auf, sorgt für optimale Sortenwahl, wählt die richtigen Aufwandmengen und nutzt moderne Biologicals. Der 33-Jährige verwendet das Beste aus konventionell und bio. Bei Getreide und Mais setzt er auf elektronenbehandeltes Saatgut und Präparate mit Mikroorganismen. So verzichtet er immer öfters auf chemische Mittel und mineralische Dünger. Sein Ziel: 30 bis 50 Prozent weniger Stickstoff, nur noch die Hälfte an Fungiziden und Insektiziden sowie null Wachstumsregler. Außerdem ist der Junglandwirt als Blogger auf Instagram, Facebook und von seiner Seite erklaerbauer.de sehr weit bekannt. Phillip Krainbring hat 2019 den CERES-Award als Ackerbauer des Jahres erhalten.

Christian Hiß

Landwirtschaft richtig rechnen. Die Regionalwert-Leistungsrechnung die Neu-Bewertung der Arbeit in der Landwirtschaft – Methode, Instrument und Anwendung

Christian Hiß ist aufgewachsen auf einem der ersten Biohöfe Deutschlands in Eichstetten am Kaiserstuhl. Als gelernter Gärtnermeister gründete er 1981 eine Gemüsegärtnerei, später kam ein Milchbetrieb mit einer Käserei hinzu. Mittlerweile hat er seine Betriebe in die von ihm gegründete Regionalwert AG überführt. Auf der Grundstruktur einer Bürger-Aktiengesellschaft baut er mit Kollegen ein bürgerfinanziertes Wertschöpfungsnetzwerk von Unternehmen der regionalen Biobranche auf. Er ist Ashoka-Fellow und wurde mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis vom Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung als „Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2009“ ausgezeichnet. 2020 erhielt er den ZEIT Wissenspreis Mut zur Nachhaltigkeit.

Alfred Grand

Was wir sonst noch über Regenwürmer wissen sollten!

Alfred Grand ist Biobauer und Unternehmer. Der mit den Regenwürmern ;-)! Die VERMIGRAND Naturprodukte GmbH produziert Regenwurmhumus und torffreie Bioerden. Die GRAND FARM ist Österreichs erster Forschungs- und Demonstrationsbauernhof. Auf 90 Hektar Fläche wird auf dem seit 2006 biologisch produzierendem Betrieb Forschung zu den Schwerpunkten Bodengesundheit, Agroforst und Market Gardening betrieben. Alfred Grand widmet seine Zeit seit über 20 Jahren den Regenwürmern. Die GRAND FARM ist Teil des Global Lighthouse Farming Networks der Universität Wageningen (NL). Als Mitglied des Mission Board für Bodengesundheit und Nahrungsmittel berät er die EU-Kommission, er ist im Vorstand der Regenerative Organic Alliance und Konsortiumsmitglied des EU-Horizon2020 Projekts Best4Soil sowie des Erasmus+ Projekts trAEce. Für die European Innovation Partnership for Agriculture (EIP-Agri) ist Alfred Grand in drei Fokusgruppen, sowie in drei operationellen Gruppen aktiv.

Hans Unterfrauner

Den Boden verstehen lernen - Unterfrauner & Kinsey-Untersuchung

Hans Unterfrauner Studium der Landschaftsökologie an der Universität für Bodenkultur in Wien. Während des Studiums angestellt am Institut für Bodenforschung. Hier für die Planung, Anlage und Betreuung von Versuchen, für Probenahme, Probenaufbereitung, Laboranalysen und Auswertungen zuständig. Feldbodenkundliche Erfahrung als Mitglied des Erhebungsteams zur Kärntner Bodenzustandsinventur. Nach Studienabschluss Erlernen des Verfahrens der „Fraktionierten Analyse“ bei Prof. Husz. Zweijährige Projektleitung in Venezuela (biologische Dekontamination von kontaminierten Bohrschlämmen). Aufbau eines Qualitätssicherungssystems im bodenkundlichen Labor „ÖKO-Datenservice GmbH“ in Österreich. Entwicklung und Aufbau von BoWaSan (Forschungsabteilung der Firma Bodenkalk e.Gen.). 2007 Gründung eines Technischen Büros, 2015 Gründung der „TB Unterfrauner GmbH“.

Monika Sobotik

Wert der Wurzeln für die Humusanreicherung

Monika Sobotik ist gelernte Gärtnerin und Botanikerin. Gärtnerische Erfahrungen sammelte sie im Zierpflanzenbau in der Stadtgärtnerei Linz, im Gemüsebau in einem biologisch-dynamischen Betrieb auf der Schwäbischen Alb und auf der Threefold Farm in Spring Valley, USA. Seit 1967 hatte sie die Möglichkeit bei Frau Prof. Dr. Lore Kutschera und Prof. Dr. Erwin Lichtenegger an mehreren Wurzelatlas-Bänden mitzuarbeiten. Seit 2009 führte sie das Pflanzensoziologische Institut in Klagenfurt weiter.

Birgit Wilhelm

Lebendiger Boden: gemeinsame Basis von Landwirtschaft und Naturschutz

Birgit Wilhelm hat nach dem Abschluss des Landwirtschaftsstudiums an der Fachhochschule in Weihenstephan zwei Jahre in Westafrika gearbeitet. Zurück in Deutschland war sie fast sieben Jahre Referentin in der internationalen Abteilung von Naturland e.V. (für Mitglieder in Afrika, Asien und Südeuropa). Danach promovierte sie im Fachgebiet der Agrartechnik an der Universität Kassel (Witzenhausen) zur reduzierten Bodenbearbeitung im Ökolandbau. In ihrer anschließenden Zeit als Referentin für nachhaltige Landwirtschaft und Ressourcenschutz beim WWF in Berlin startete sie einen Bodendialog zwischen Naturschutz und Landwirtschaft, mit dem Titel »Der lebendige Boden – gemeinsame Basis von Landwirtschaft und Naturschutz«. Seit zwei Jahren ist sie Professorin für ökologischen Pflanzenbau an der Fachhochschule Erfurt im Fachbereich Gartenbau.

Jean-Marc Parries

Wie gründe ich einen profitablen No-Dig Marktgarten?

Ohne Infrastruktur, landwirtschaftliche Fläche und bedeutende praktische Vorkenntnisse, gründeten Jean-Marc Parries, Max Epstein und Claude Petit kurz nach bzw. noch während ihres Studium den Gemüsebaubetrieb Krautgaart. Dies mit der Überzeugung, dass Gemüseanbau im Einklang mit den Naturkreisläufen stattfinden kann und Anbaueffizienz im Bodenaufbau gründet. Inspiriert von erprobten Methoden von verschiedenen Marktgärtnern aus der ganzen Welt, entwickeln sie ihre Anbaumethoden seitdem weiter. Zusammen mit einer effizienten Direktvermarktung nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft und den Rückhalt ihrer Mitgliedschaft steht Krautgaart auf standfesten Beinen und schaut verheissungsvoll in die Zukunft. Jean-Marc Parries (32 J., MSc Environmental Sciences) ist zuständig für die Betriebsführung und -entwicklung im Krautgaart.

 

Posted by Yvonne in Allgemein, Bodenfruchtbarkeit, Untersaat

Webinar23: Philipp Gerhardt

Philipp Gerhardt

Auf dem Holzweg - wie wir unsere Waldnutzung umbauen müssen, Klimawandel sei Dank

Philipp Gehrhardt ist Dipl.-Forstwirt, freier Berater und Planer für regenerative Landnutzung. Er hat an der Forstakademie in Tharandt (TU Dresden) studiert, in verschiedenen Forstbetrieben und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien gearbeitet. Inspiriert ist er von den forstlichen Visionären Heinrich Cotta und Wilhelm Pfeil, deren Idee der ‚Baumfeldwirtschaft‘ früher als auch heute ein vielversprechendes Werkzeug zur Klimaanpassung landwirtschaftlicher Felder darstellt. In der Umsetzung nutzt er moderne Techniken ebenso wie altes Wissen. Mittlerweile hat er zahlreiche Betriebe beraten, die nun u.a. mit Baumpflanzungen und Schlüssellinienbearbeitung (Keyline Design) die Landschaft nachhaltig verändern und ihren Erfolg auf neue Wirtschaftsweisen aufbauen.

Philipp Gehrhardt beschreibt, unter welchem (Klima-)Stress unser Wald bereits steht und welche Herausforderungen ein aktives Waldmanagement angehen muss, wenn die Vorhersagen des Weltklimarates eintreten (Was leider sehr wahrscheinlich ist). Doch der Wald steht nicht losgelöst dar, sondern er steht in Interaktion mit der Landwirtschaft. Lehre ausgeräumte Felder haben einen großen Einfluss auf Windverhältnisse, Verdunstung und Niederschläge. Er zeigt auf, welche Vorteile Bäume in der Landschaft und der Landwirtschaft haben können, sowohl für die Regeneration des Landes als auch des Waldes (und auch als ökonomischer Nutzen). Hier führt er in das Konzept der „Baumfeldwirtschaft“ ein. Er zeichnet ein ganzheitliches Bild eines aktiven Waldumbaus von Ökosystem-Mimikry, über die Suche nach klimaplastischen Arten bis hin zur Nutzenoptimierung dieser Baumfelder.

Das Webinar kostet 9,90 Euro.

Während des Verkaufsprozesses besteht die Möglichkeit weitere Webinare zum reduzierten Preis hinzu zu erwerben.

Du erhältst den Zugang zum Webinar für 1 Jahr.

Posted by Yvonne in Allgemein, Bodenfruchtbarkeit, Untersaat

Webinar22: Dominik Schreiber

Dominik Schreiber

Biodiversität und Bodenaufbau im Obstanbau

Robert und Dominik Schreiber bewirtschaften in Poysdorf, Niederösterreich, einen Obstbau- und Baumschulbetrieb mit Schwerpunkt Steinobst. Neben der für den Betrieb besonders wichtigen Marille (Aprikose), welche auch über den LEH vermarktet wird, gibt es mit den verschiedensten Obstarten eine intensive Direktvermarktung. Seit 10 Jahren wird nach Grundsätzen der regenerativen Landwirtschaft produziert. Dazu gehören vor allem vielfältige Begrünungen, die eigene Kompostierung, der Einsatz von Pflanzenkohle, Baumstreifenabdeckungen und reduzierter Pflanzenschutz.

Zu Beginn seines Vortrages weist Dominik Schreiber auf die Notwendigkeit eines ganzjährig begrünten Bodens hin. Denn Pflanzen spielen auch eine wichtige Rolle in der Entstehung von Regen und haben somit einen Einfluss auf den kleinen, regionalen Wasserkreislauf. In ihrer Obstbaumschule spielt diese Dauerbegrünung eine vielfältige Rolle. Sie dient der besseren Befahrbarkeit, beugt dem Nachbau vor, erhöht den Erosionsschutz, steuert den Wasserhaushalt und fördert die Nützlinge. All diese Eigenschaften kommen der Erzeugung gesunder Früchte, Bäume und Sträucher zu Gute. Im Weitern Verlauf zeigt Dominik, wie sie in ihrer Dauerkultur das Begrünungsmanagement durchführen und welche Erfahrungen sie über die Jahre gesammelt haben.

Das Webinar kostet 9,90 Euro.

Während des Verkaufsprozesses besteht die Möglichkeit weitere Webinare zum reduzierten Preis hinzu zu erwerben.

Du erhältst den Zugang zum Webinar für 1 Jahr.

Posted by Yvonne in Allgemein, Bodenfruchtbarkeit, Untersaat

Webinar21: Olaf Schnelle (kein Live-Webinar)

Olaf Schnelle (kein Live-Webinar)

Gemüseanbau - Verarbeitung der Überschüsse

Webinar-Preis: 0,80 Euro

Olaf Schnelle gründete zwei Gärtnereien, die sich in der deutschsprachigen Top-Gastronomieszene rasch einen Namen machten. Die erste Gärtnerei „Essbare Landschaften“ betrieb er von 1998 bis 2014. Sie beschäftigte sich mit der geschmacklichen Vielfalt von Wildkräutern. Seine aktuelle Gärtnerei „Schnelles Grünzeug“ befasst sich mit dem gesamten Spektrum kulinarisch wertvollen Grüns. Das Sortiment umfasst nun neben den Wildkräutern auch Gemüse, Hölzer, Wurzeln und Sämereien. In seiner praktischen Arbeit befasst er sich in seiner kleinen, sehr intensiv bewirtschafteten Gärtnerei mit mobilen Folientunneln und Grünmulch. Das neueste Projekt ist der Aufbau des „Zentrum für Gemüse-Fermentation im Trebeltal“, in dem er in unmittelbarer Nachbarschaft seine Überschüsse verarbeitet.

Dies ist kein Webinar, sondern eine gefilmte Führung über seinen Betrieb, v.a. mit einem Einblick in seine Fermentationsanlage.

Das Webinar kostet 0,80 Euro.

Während des Verkaufsprozesses besteht die Möglichkeit weitere Webinare zum reduzierten Preis hinzu zu erwerben.

Du erhältst den Zugang zum Webinar für 1 Jahr.

Posted by Yvonne in Allgemein, Bodenfruchtbarkeit, Untersaat

Webinar20: Felix Miller

Felix Miller

Methoden zur nachhaltigen Gülle- und Grünlandwirtschaft

Felix Miller hat Landwirtschaft an der Universität Hohenheim studiert und führt einen landwirtschaftlichen Betrieb gemeinsam mit seinem Vater. Der Hof wird nach den Richtlinien des Biokreis e.V. bewirtschaftet. Zum Hof gehören 45 Milchkühe mit teilweiser Nachzucht. Sein Ziel war, auf den 45 ha Eigenfläche den Humusgehalt zu steigern und die positive Bodenfauna zu fördern. Dadurch führte kein Weg an der Güllebehandlung vorbei, die der Betrieb nun schon einige Jahre mit durchschlagendem Erfolg betreibt. Durch viele Gespräche mit anderen Landwirten, die ihre Gülle behandeln ist das System mittlerweile ausgereift und bietet nicht nur, aber insbesondere für Biobetriebe, die Möglichkeit, die Nährstoffeffizienz, die Futterqualität und die Tiergesundheit zu verbessern.

Zu Beginn beschreibt Felix Miller seine Gründe weswegen er das System der Güllebehandlung umsetzt. Dabei spielen unter anderem eine Senkung der Arbeitszeitkosten, eine bessere Pflanzenverträglichkeit und eine Förderung aerober Prozesse im Boden zu den Vorteilen. Er zeigt auf, wie er die Milieusteuerung in der Praxis umsetzt und welche Mischungen er verwendet. Explizit geht er auf die verschiedenen Gesteinsmehle (Diabas, Zeolith, Bentonit) ein. Als weitere Bestandteile seiner Güllebehandlung skizziert er die effektiven Mikroorganismen, Pflanzenkohle und feinstoffliche Mittel. Zum Schluss beschreibt er seine Erfahrungen mit Leonardit als Mittel zur Gesundung von Boden und Tieren.

Das Webinar kostet 9,90 Euro.

Während des Verkaufsprozesses besteht die Möglichkeit weitere Webinare zum reduzierten Preis hinzu zu erwerben.

Du erhältst den Zugang zum Webinar für 1 Jahr.

Posted by Yvonne in Allgemein, Bodenfruchtbarkeit, Untersaat

Webinar19: Thorsten Arnold

Thorsten Arnold

Regenerative Landwirtschaft in Nordamerika – zwischen Gurus, Bewegung und Transformation

Thorsten Arnold ist Wissenschaftler, Berater, Autor und Landwirt. Zusammen mit seiner Frau Kristine Hammel betreibt Thorsten im Kanada den Persephone Market Garden, eine biointensive ökologische Gemüsefarm auf der „gesunde, faire uFnd einfach gute Lebensmittel“ produziert werden. Er hat im Bereich des Wassermanagements und der Agrarökonomie an der Universität Hohenheim promoviert. In seiner Arbeit als Wissenschaftler und Autor verbindet er die Herausforderung des globalen Klimasystems mit der Notwendigkeit, regionale regenerative Landnutzungssysteme zu entwickeln. Thorsten ist initiierend und beratend in zahlreichen Projekten in Nordamerika aktiv. Dank seiner Erfahrung im praktischen und akademischen Kontext, seinem Einblick in die zahlreichen Initiativen und Bewegungen und seiner Zweisprachigkeit kann er, wie kein anderer, eine Brücke zwischen Europa und Nordamerika im Bereich der aufbauenden Landwirtschaft spannen.

Zu Beginn seiner Präsentation geht Thorsten Arnold auf den amerikanischen Kontext ein. Er beschreibt die ökosystemischen Besonderheiten (vor allem der Steppenlandschaften) und zeigt auf, welche unangepasste Art der Landwirtschaft dort praktiziert wurde und immer noch wird. Mit dem Ergebnis, dass sowohl am Anfang des 20. Jahrhunderts als auch vor ein paar Jahren riesige Staubwolken („Dust Bowls“) zu verheerenden Katastrophen und kollektiven Traumata führte. Er macht deutlich, wie die riesigen, chemisch-industriellen Monokulturlandwirtschaften im Ackerbau und in der Tierhaltung den Boden und die Ökosysteme stark degenerieren. Im zweiten Teil des Vortrages beschreibt er die Evolution der amerikanischen Biobewegung und geht hier im Besonderen auf die Arbeiten von Wendell Berry und Allan Savory ein. Zum Abschluss skizziert er einige der bedeutendsten Landwirte und Organisationen der regenerativen Landwirtschaft in den USA.

Das Webinar kostet 9,90 Euro.

Während des Verkaufsprozesses besteht die Möglichkeit weitere Webinare zum reduzierten Preis hinzu zu erwerben.

Du erhältst den Zugang zum Webinar für 1 Jahr.

Posted by Yvonne in Allgemein, Bodenfruchtbarkeit, Untersaat

Webinar18: Jan-Hendrik Cropp

Jan-Hendrik Cropp

Direktsaat und Direktpflanzung im ökologischen Pflanzenbau

Jan-Hendrik Cropp ist ausgebildet im Gemüse- und Ackerbau durch selbstverantwortliche Tätigkeit in verschiedensten Betrieben, durch das Studium der Ökologischen Agrarwissenschaften und diverse Fortbildungen. Der Fokus seiner Beratungstätigkeit liegt auf Anbausystemen zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit in Gemüse- und Ackerbau. Er ist außerdem Imker, Journalist, Bildungsarbeiter und politisch aktiv. Seine Überzeugung ist es, dass man zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit das System Boden – Bodenleben – Pflanze in seiner Gänze interpretieren lernen muss.

Jan-Hendrik Cropp führt in seinem Vortrag in die Grundlagen der Direktsaat im Ökolandbau ein. Im Prinzip verheißt das Direktsaatsystem viele Vorteile: Es ermöglicht eine Pflanzung oder Saat ohne Bodenbearbeitung und somit eine „grüne Brücke“, es ermöglicht den Erhalt einer schon guten Bodengare und es spart Energie und Maschinenarbeit. Da die Direktsaat im Ökolandbau eine Herausforderung darstellt legt er ein besonderes Augenmerk auf die notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung. Er beschreibt das System der Direktsaat als Zyklus und geht sukzessive alle wichtigen Schritte der Umsetzung durch (Bodenbearbeitung, Zwischenfrucht säen, Zwischenfrucht bonitieren, Zwischenfrucht abtöten, Saat/Pflanzung, Ernte und Bonitur). Der Gemüsebetrieb Dickendorf dient im hier als Beispiel. Eine gute und regelmäßige Bodenbonitur ist als Monitoringinstrument essentiell. Hier gibt er viele Boniturbeispiele.

Das Webinar kostet 9,90 Euro.

Während des Verkaufsprozesses besteht die Möglichkeit weitere Webinare zum reduzierten Preis hinzu zu erwerben.

Du erhältst den Zugang zum Webinar für 1 Jahr.

Posted by Yvonne in Allgemein, Bodenfruchtbarkeit, Untersaat

Webinar17: Florian Röttger

Florian Röttger

Angepasste Fruchtfolgen für Klima, Ertrag und Umwelt (Fruchtfolgegestaltung, Direktsaat, Zwischenfrüchte/Untersaaten)

Florian Röttger ist 32 Jahre alt, Betriebsleiter auf dem elterlichen Hof mit Schwerpunkt Sauenhaltung mit Ferkelaufzucht und Ackerbau. Seit 2015 arbeitet der Hof pfluglos; seit langer Zeit schon mit Sommer- und Winterzwischenfrüchten. 2019 erfolgte der Einstieg in die Direktsaat. Die Ferkelproduktion ist fast komplett ohne Antibiotika. Hintergrund ist der Wunsch, den Betrieb wieder in einen Kreislauf zu bringen, und möglichst viel eigenes Getreide/Eiweißfutter für die Sauen mit möglichst wenig Chemie zu erzeugen, um die Gesundheit im Betrieb und die Leistung der Tiere zu verbessern. Gleichzeitig soll der Ertrag, gerade in Trockenjahren, stabilisiert werden.

Florian Röttger beschreibt die Entwicklung seines elterlichen Betriebes hin zu einem bodenaufbauenden Betrieb. Dabei geht er detailliert auf die Themen Fruchtfolge, Direktsaat, Zwischenfrüchte und Untersaaten ein und zeigt auf, welche Erfahrungen er damit in den Jahren gemacht hat. Anschaulich beschreibt er die Anpassung und Umsetzung der Konzepte an seinem betrieblichen Kontext und welche Erfahrungen er damit gesammelt hat.

Das Webinar kostet 9,90 Euro.

Während des Verkaufsprozesses besteht die Möglichkeit weitere Webinare zum reduzierten Preis hinzu zu erwerben.

Du erhältst den Zugang zum Webinar für 1 Jahr.

Posted by Yvonne in Allgemein, Bodenfruchtbarkeit, Untersaat

Webinar16: Viviane Théby

Viviane Théby

Mikroorganismen und Komposttee - Wie uns die Kleinen helfen können

Viviane Théby ist Tierärztin, Landwirtin und vom Savory Institut zertifiziert im Ganzheitlichen Management. Sie betreibt mit ihrem Lebensgefährten den Scheuerhof seit 2017 nach den Prinzipien des ganzheitlichen Weidemanagements. Dort zeigen beide, dass man auch eine artenreiche Landwirtschaft profitabel betreiben kann. Die Grundlage bildet eine gesunde Weide mit einem artenreichen Bodenleben.

In ihrem Vortrag stellt sie einige der „wichtigen“ Bodenorganismen für die Bodenfruchtbarkeit vor. Dazu zeigt sie eine Reihe mikroskopischer Nahaufnahmen. Hierbei erläutert sie die Funktion der anaeroben und aeroben Organismen und zeigt, welche Organismen als Indikator für gesunde bzw. ungesunde Prozesse im Boden dienen. Im weiteren Verlauf des Vortrages geht Viviane Théby auf die Herstellung, Beurteilung und Ausbringung von Komposttee als Mittel zur Belebung des Bodens ein.

Das Webinar kostet 9,90 Euro.

Während des Verkaufsprozesses besteht die Möglichkeit weitere Webinare zum reduzierten Preis hinzu zu erwerben.

Du erhältst den Zugang zum Webinar für 1 Jahr.

Posted by Yvonne in Allgemein, Bodenfruchtbarkeit, Untersaat